Sonntagnachmittag, eine kleine, behaglich eingerichtete Wohnung in der Spremberger Vorstadt. Ferdi "Shakim" Berisha trägt seinen kleinen Sohn Elias auf dem Arm, Mayadet "Naya" Nagy blickt immer wieder liebevoll zu den beiden, summt eine Melodie, schlägt ein paar Töne auf dem Keyboard an. Szenen wie diese sind es, die der kleinen Familie alles bedeuten: Nähe zueinander, Geborgenheit, Musik - eine harmonische Einheit. Doch der Weg dahin war verschlungen. Ferdi Barisha, als Sohn von Kosovo-Flüchtlingen in Westdeutschland geboren, lernte schon früh, die Musik als Ventil für seine Gefühle zu nutzen. "Mein Bruder hat viel Hip-Hop gemacht, er war mein großes Idol", erzählt er. Die Familiengeschichte ist geprägt von dem Kampf um das Recht, in Deutschland zu bleiben. Immer wieder musste Ferdi Berisha seine Heimat aufgeben, hat erst vor wenigen Tagen eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis bekommen. Erfahrungen, die den sensiblen jungen Mann prägen. Kein Gangsta-Rapper, eher ein emotional-introvertierter Musiker. In seinen Hip-Hop-Songs singt er von Integration und dem Wunsch nach Verständigung. "Ich will mit meinen Liedern etwas erreichen, zum Nachdenken anregen", sagt Berisha, der seine Lieder selbst von der heimischen Wohnung aus produziert. "In einem Studio bin ich an Termine gebunden, zuhause kann ich außerdem meinen eigenen Sound besser hinkriegen", sagt er. Neben seiner Arbeit als Einzelhandelskaufmann sucht er immer wieder nach neuen Wegen, möglichst perfekte Musik zu machen. "Aber unter Druck funktioniert nichts, ich muss in Stimmung sein."

Seine Frau Naya unterstützt ihn nach Kräften. Sie hat schon vor vielen Jahren angefangen, mit einer Band Songs aufzunehmen, Konzerte zu geben. Sie komponiert und textet selbst, ordnet ihre Musik im Bereich Pop ein. Ein schwerer Schicksalsschlag brachte das Paar dann auf die Idee, die unterschiedlichen Musikstile zusammen in einen Song zu packen und gemeinsam zu arbeiten. Das Ergebnis ist die Single "Nur für Dich". Naya sagt darüber: "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist." Die gelernte Heilerziehungspflegerin kümmert sich derzeit um ihren kleinen Sohn und um die musikalische Zukunft der kleinen Familie. "Es ist wunderbar, mit Ferdi zusammen Songs zu produzieren. Aber ich bin auch offen für andere Projekte."

Klavier und Gitarre hat sie sich selbst beigebracht, ihre Texte schreibt sie selbst, erzählt am liebsten Geschichten aus dem Leben. "Wenn ich merke, dass die Leute unsere Stücke auf Youtube klicken, macht mich das unheimlich glücklich. Wir kriegen wunderbare Reaktionen von unseren Fans."

Finanziell tragen sich die musikalischen Projekte bisher nicht. "Aber wir können uns darin ausdrücken, das ist mehr Wert als eine große Karriere", sagen beide.

Ihre Musikprofile auf Facebook: facebook.com/ShakimArtist und facebook.com/NayaAndShakim.