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| 14:53 Uhr

Streitthema Friedhofsgebühren
Müschener wehren sich gegen Gebührenexplosion

Die Trauerhalle auf dem Friedhof Müschen ist ein Schmuckstück.
Die Trauerhalle auf dem Friedhof Müschen ist ein Schmuckstück. FOTO: Elsner / LR
Burg. Friedhofssatzung ist Thema der Ortsbeiratssitzung. Von Ulrike Elsner

Bestattungen könnten in Burg künftig deutlich teurer werden. Eine neue Friedhofssatzung und Friedhofsgebührensatzung war kurzfristig von der  Tagesordnung der  jüngsten Gemeindevertretersitzung genommen worden. In der Einwohnerfragestunde kam das Thema dennoch zur Sprache. Helmfred Stoppa bringt auf den Punkt, was die Müschener in diesem Zusammenhang bewegt: „Die Trauerhalle ist in den 60er-Jahren von unseren Eltern erbaut worden. Sanierung und den Anbau haben wir vor 15 Jahren mit unserer Eingemeindungs-Prämie selbst bezahlt. Nun sollen wir  nochmals zur Kasse gebeten werden.“

Von mehr als 600 Euro für die einmalige Nutzung der Feierhalle ist die Rede. Bürgermeisterin Ira Frackmann (CDU) verwies darauf, dass es sich dabei lediglich um die kalkulierten Kosten handle. Ordnungsamtsleiterin Susanne Ragotzky verteidigte die Zahlen. Im Jahr 2003 habe es die letzten Kostenberechnungen gegeben. Das Amt sei jedoch verpflichtet, Kalkulation regelmäßig zu überprüfen.

Die aktuellen Kosten liegen dem  inzwischen um eine Alternativvariante erweiterten Satzungsentwurf zugrunde. Der soll am Dienstag, 30. Januar, in einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung im Sportlerheim Müschen vorgestellt werden.

Für die Benutzung der Trauerhalle auf dem Burger Friedhof weist die Kalkulation Kosten von 34,41 Euro aus. Für Müschen wurden 653,14 Euro errechnet. Bisher wurden auf beiden Friedhöfen 50 Euro erhoben.

„Man hätte uns im Vorfeld einbeziehen müssen“, sagt Helmfred Stoppa. „Vor allem wissen wir nicht, auf welcher Grundlage die Berechnungen basieren“, ergänzt Heinz Budischin. Der Grund dürfte in der Umstellung des Haushalts- und Rechnungswesens auf die Doppik liegen. Danach sind Kommunen verpflichtet,  Vermögenswerte abzuschreiben, unabhängig davon, wer sie ursprünglich finanziert hat.  

Allerdings sind sich Heinz Budischin und Helmfred Stoppa einig: „Eine Gebührenerhöhung von 50 auf über 600 Euro – das kann nicht sozial sein.“ Auch wenn in Müschen nur etwa ein Zehntel der Einwohner von Burg leben und den anfallenden Kosten demzufolge deutlich weniger Beisetzungen gegenüberstehen. Eine Alternativvariante sieht nun eine gemeinsame Gebührenkalkulation für Burg und Müschen vor. Danach müssten für die Benutzung der Trauerhalle hier wie dort  jeweils 78,27 Euro bezahlt werden.