Mit Kreuzen in den Dörfern wird in der Lausitz gegen eine geplante große Müllverbrennungsanlage am Standort des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde protestiert. Seit Anfang des Jahres würden immer mehr Einwohner von Dörfern rund um den Kraftwerksstandort bei Cottbus lila Kreuze als Symbol des Widerstands gegen die geplante Anlage aufstellen, erklärte das „Aktionsbündnis contra Müllverbrennungsanlage“ in der brandenburgischen Stadt.
„Wir wollen zeigen, dass wir mit der geplanten Müllanlage nicht einverstanden sind“, betonte Paul Suppan vom Aktionsbündnis: „Das ist für uns kein Projekt des Strukturwandels. Wir wollen nicht nach den Belastungen durch die Kohle als Müllkippe der Nation dienen.“

Jänschwalde

Auf die in der Lausitz bekannten gelben Kreuze als Zeichen gegen die Abbaggerung von Dörfern sowie gegen CO2-Endlager habe das Aktionsbündnis bewusst verzichtet, hieß es: „Lila steht für Emanzipation. Und das ist es, was unsere Region dringender denn je braucht.“

Recycling statt Müllverbrennung in Jänschwalde

Müllverbrennung gehöre zu überholten Formen der Energieerzeugung, betonte Suppan: „Statt des Ausbaus von Deponierung und Müllverbrennung brauchen wir mehr Recycling und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft.“
Nach Angaben des Energiekonzerns Leag soll die Anlage mit maximal 480.000 Tonnen im Jahr eine im deutschlandweiten Vergleich mittlere Größe haben. Die größte reine Müllverbrennungsanlage mit einer jährlichen Kapazität von 785.000 Tonnen wird laut Leag in Köln betrieben. Auch die Kapazität des Berliner Müllheizkraftwerks Ruhleben liege mit 550.000 Tonnen höher.