Auf dem Weg zur Arbeit fährt Hardy Mai, 35 Jahre alt, durch die Juri-Gagarin-Straße. Täglich fällt sein Blick auf die Ruine. „Schrecklich sieht es dort aus“ , sagt er, „Peitz brüstet sich gern mit seinen schönen Ecken, aber dieses Gebäude zeigt, wie dreckig diese Stadt auch sein kann.“ Eine Meinung, mit der er nicht allein steht.
So erklärt Bürgermeister Bernd Schulze: „Immer wieder brechen Jugendliche das Haus auf, was man hinterher an den zurückgelassenen Spuren sieht.“ Gleicher Tenor bei Silke Marrack, der Pressesprecherin des Amtes Peitz: „Seit langem ist dieses Grundstück ein Ärgernis für uns.“
Ein so großes Ärgernis, dass sich auch schon die Stadtverordneten mit der Ruine befassten. Zu DDR-Zeiten eine Gaststätte, verfiel das Haus nach der Wende - kein Geschäft wollte sich mehr an diesem Ort ansiedeln.
Offenbar gilt das Gebäude inzwischen für alle Beteiligten als verloren. Die Hamburger Firma Biq Standortentwicklung und Immobilienservice verwaltet das Grundstück. „Wir haben der Stadt zugesichert, dass wir noch in diesem Jahr den Müll beseitigen“ , sagt Geschäftsführer Rudolf Kärcher, „obwohl es keinen Rechtsanspruch darauf gibt.“ Das Haus selbst gehört der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft. Sie weigert sich nach Kärchers Worten gegen einen Abriss. „Dabei führt daran am Ende kein Weg vorbei.“ Die Amtsverwaltung will diese Situation laut Pressesprecherin Silke Marrack offenbar nicht hinnehmen: „Unser Bauamt wird sich noch einmal mit den Eigentümern auseinandersetzen.“
Schließlich geht es auch um ein Sicherheits-Problem. Der Peitzer Hardy Mai schüttelt den Kopf: „Es grenzt an ein Wunder, dass noch kein Kind beim Spielen auf diesem Grundstück verletzt wurde.“