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| 14:11 Uhr

Mühlentag
Das Klappern kommt vom Schrotgang

Mühlentag an der Spreewehrmühle
Mühlentag an der Spreewehrmühle FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Die Cottbuser Spreewehrmühle präsentiert sich beim Deutschen Mühlentag an Pfingstmontag. Von Marion Hirche

Die Cottbuser Spreewehrmühle hat sich am Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag beteiligt. Das 1801 als Gräupchenmühle errichtete Gebäude hat allerhand zu bieten und  wurde gestern von zahlreichen Neugierigen, besonders Radfahrern, besucht.   Dank der Stadt ist die Mühle in einem sehr guten Zustand, Gebäude und Geräte sind allesamt saniert. Lediglich das Mühlenrad hat Defekte und kann deshalb zurzeit nicht in Betrieb genommen werden. Der Vorsitzende des Mühlenvereins Ralf Müller hatte dennoch Vieles zu berichten bei den Rundgängen. „Damals gab es Mühlenzwang, jedem wurde eine Mühle zugeteilt und hier wurden die  Naturalien als Abgaben an die Obrigkeit abgezweigt, außerdem hat sich der Müller auch immer seinen Anteil genommen. Mancher hat sein Raummaß auch manipuliert, um mehr abzuzweigen, daher wohl auch der Ausdruck Schwarzmüller“, erklärte  der Sandower.  Die Rundgänger erfahren, dass die Spreewehrmühle eine von sechs Cottbuser Mühlen ist, dass hier auch  Geräte von der zerbombten Madlower Mühle stehen.  Auch für Kenner der Spreewehrmühle, die auch oft das Essen in der  angrenzenden Gaststätte mit gleichem Namen genießen, war neu zu erfahren, dass es früher hier nach dem Krieg noch ein Gartenlokal gab. „Hier sollen die Russen unter dem Pariser auch ihr Getreide  auf dem Weg zur Verarbeitung gelagert haben. Das wusste natürlich die Bevölkerung und mancher hat sich hier als Dieb betätigt. Einer soll dabei erschossen worden sein“, erzählte der „Vereins-Müller“.

 Birgit Altmann aus Sachsendorf und ihre Enkelin Vanessa hörten aufmerksam zu, wie der kundige  Mann  die Getreidearten erklärte und dann auch den Schrotgang vorstellte: „Hier entsteht das Mühlen-typische Geräusch – das Klappern.“ Bei der Vorführung stimmten auch die Musiker vor dem Gebäude ein: „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Grzegorz Klemba und seine Tochter Magdalena, Sympathisanten des Mühlenvereins, und Eberhard von Pritzbuer vom Verein spielten auf Akkordeon, Querflöte und Mundharmonika viele  Volkslieder. Mancher setzte sich dazu, griff zum bereitliegenden Textbuch und sang mit. Regina und Wolfgang Hönke aus Forst machten in der Spreewehrmühle Halt: „Wir machen dieses Jahr eine Mühlentour. Heute wollen wir noch nach Müschen“.

Zum vierten Mal war Franziska Pfütze als Vereinsmitglied beim Mühlentag dabei. Auch sie gab Erläuterungen im Gebäude. Diesen lauschten unter anderem  Heidi Giger und Ueli Niederberger, zwei Radtouristen aus der Schweiz.

Zahlreiche Gäste hatten gestern auch die Mühlen in Müschen und in Turnow. Durch die Holländermühle in Turnow gibt es ab sofort jeden Sonnabend zwischen 14 und 17 Uhr Führungen.