ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:52 Uhr

LR-Umfrage zu Apollo 11
Ein Drittel zweifelt an der Mondlandung 1969

 Edwin „Buzz“ Aldrin steht neben der US-Flagge auf dem Mond. Der Nasa-Astronaut und vor ihm als erster Mensch Neil Armstrong betraten am 20. Juli 1969 (21. Juli 1969 MEZ) den Mond. Sie landeten mit der einer Mondlandfähre der Apollo-11-Mission auf dem Erdtrabanten. Dennoch gibt es bis heute Menschen, die nicht an eine Mondlandung glauben.
Edwin „Buzz“ Aldrin steht neben der US-Flagge auf dem Mond. Der Nasa-Astronaut und vor ihm als erster Mensch Neil Armstrong betraten am 20. Juli 1969 (21. Juli 1969 MEZ) den Mond. Sie landeten mit der einer Mondlandfähre der Apollo-11-Mission auf dem Erdtrabanten. Dennoch gibt es bis heute Menschen, die nicht an eine Mondlandung glauben. FOTO: dpa / Nasa
Cottbus. Am 20. Juli 1969 (21. Juli 1969 MEZ) betreten zwei US-Amerikaner als erste Menschen den Mond. Die Mondlandung vor 50 Jahren interessiert Leserinnen und Leser der Lausitzer Rundschau. Doch es gibt auch Zweifler, wie die LR-Umfrage zeigt. Von Lydia Schauff

„‚Guter Mond du gehst so stille...’, wird wohl nur noch so lange gelten, bis die Amerikaner die erste Jukebox dort aufgestellt haben“, kommentierte der deutsch-kanadische Publizist Willy Meurer die Mondlandung der Amerikaner am 20. Juli 1969.

Die Nasa-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin betreten als erste Menschen den Erdtrabanten. Als Armstrong seinen Fuß auf die verkraterte Oberfläche des Mondes setzt, sagt er den Satz, den heute nahezu jeder kennt: „Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.”

So landeten die ersten Menschen auf dem Mond FOTO: dpa / Bill Ingalls

Doch waren die Amerikaner wirklich da oben? Immer wieder gibt es Verschwörungstheoretiker, die behaupten, das alles sei nur das Ergebnis einiger Drehtage im Studio. Andere bezweifeln nicht, dass die Mondlandung echt war.

LR-Umfrage: 38 Prozent zweifeln an Mondlandung

 So antworteten die LR-Leser im Panel des LR-Umfragecenters auf die Frage: Glauben Sie, dass Neil Armstrong wirklich seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat? (Umlaute und ß können hier nicht dargestellt werden.)
So antworteten die LR-Leser im Panel des LR-Umfragecenters auf die Frage: Glauben Sie, dass Neil Armstrong wirklich seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat? (Umlaute und ß können hier nicht dargestellt werden.) FOTO: Lausitzer Rundschau Medienhaus / LR Screenshot

Auch die Teilnehmer einer neuen RUNDSCHAU-Umfrage zum Mond und zur Mondlandung sind sich uneinig. Auf die Frage „Glauben Sie, dass Neil Armstrong wirklich seinen Fuss auf den Mond gesetzt hat?“ klickt ein Drittel (knapp 33 Prozent) von 468 Befragten auf diese Antwort-Möglichkeit: „Ich trauen den Amerikanern alles zu. Möglich wäre es schon.“

Ganz sicher, dass es sich bei der Mondlandung vor 50 Jahren um fake news, also eine gefälschte Nachricht handelt, sind dieser Umfrage zufolge allerdings lediglich fünf Prozent der Teilnehmer. Sie klickten auf die Antwort „Das war definitiv ein Fake.“

Die übrigen Befragten sind sich bei dieser Frage entweder sicher (29 Prozent), dass die Amerikaner 1969 auf dem Mond waren, halten nichts von Verschwörungstheorien (22 Prozent) - oder es ist ihnen schnuppe (elf Prozent der Befragten). Die LR-Umfrage ist nicht repräsentativ.

LR-Umfrage: Sollte ein Deutscher auf den Mond fliegen?

Seit 1972, nach der amerikanischen Mission Apollo 17, war kein Mensch mehr auf dem Mond. Damit waren bisher zwölf Menschen dort oben, allerdings kein einziger Deutscher. Ob es nicht langsam Zeit dafür wäre, hat die LR gefragt.

Doch die Befragten sehen das in der Mehrzahl entspannt. 52 Prozent kreuzten an: „Ich finde es nicht wichtig, aus welcher Nation ein Astronaut kommt.“ 17 Prozent würden es aber als tolles Signal für Deutschland als Wissenschaftsnation sehen.

 Die Nachrichtenagentur dpa (Grafik/Redaktion: A. Brühl) zeigt auf dieser Grafik, wie die Apollo-11-Mission im Juli 1969 ablief.
Die Nachrichtenagentur dpa (Grafik/Redaktion: A. Brühl) zeigt auf dieser Grafik, wie die Apollo-11-Mission im Juli 1969 ablief. FOTO: dpa-infografik / dpa-infografik GmbH

Auf dem Mond landen, das soll künftig nicht mehr nur Astronauten vorbehalten sein, sondern auch Normalsterblichen. Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk will mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX 2023 den ersten Mondtouristen ins All schicken. Ein japanischer Milliardär hat dafür bereits das Ticket gelöst. Auch die Nasa soll Mondtourismus-Pläne haben. Knackpunkt: Das soll pro Kopf 1,1 Milliarden Euro kosten.

Obwohl das für Normalverdiener nicht im bezahlbaren Bereich liegt, sind die Teilnehmer der RUNDSCHAU-Umfrage darüber gar nicht so traurig. Knapp 36 Prozent wählten die Antwortoption: „Gott sei dank ist das so teuer, sonst würde auf dem Mond noch der Massentourismus ausbrechen.“

Mondtourismus: Vielen Lesern wäre das zu riskant

Generell sind die meisten Befragten sowieso nicht so scharf darauf, auf den Mond zu fliegen. Nur 14 Prozent antworten aufdiese Frage: „Ja, unbedingt!“ Andere meinen, sie würden Platzangst bekommen (46 Prozent) oder gestehen zum Beispiel ein, das sei ihnen nun doch zu unheimlich (21 Prozent).

Es gibt auch andere Gründe zur Skepsis: Private Mondmissionen erscheinen manchem als Geldverschwendung, wie in den Kommentaren zur Umfrage zu lesen ist, andere würden das Geld sinnvoller ausgeben, zum Beispiel für Forschung oder soziale Zwecke.

Ein Umfrageteilnehmer schreibt in den Anmerkungen: „Der Mensch sollte auf der Erde bleiben. Er vernichtet diese schon, da muss er nicht noch auf dem Mond Unheil bringen.“

LR-Umfrage: 27 Prozent erkennen Gesicht im Mond

Aber bis es so weit ist und Touristen auf den Mond dürfen, kann es noch dauern, es bleibt im Moment also nur der Blick von der Erde zum Mond. Und wenn die Teilnehmer der RUNDSCHAU-Umfrage den Mond ansehen, dann erkennt die Mehrheit der Befragten vor allem helle und dunkle Flecken, Krater und Tiefebenen des Erdtrabanten. 27 Prozent hingegen sehen nach eigenen Angaben ein Gesicht.

Den Schriftsteller Mark Twain hat der Mond einst zu dieser Analogie angeregt: „Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.“

Twain fühlte sich beim Anblick des Mondes offenbar zu philosophischen Gedankengängen inspiriert, und auch einige Umfrageteilnehmer lassen sich von dem Himmelskörper inspirieren und beziehen die Mondphasen in ihre Lebensplanung ein.

Der Großteil der Befragten jedoch hält es für Unsinn, Alltagstätigkeiten nach dem Mond auszurichten. Immerhin 72 Prozent sehen das so.

LR-Umfrage: Minderheit achtet im Alltag auf Mondphasen

Die anderen 28,5 Prozent verrichten gewisse Tätigkeiten in Abhängigkeit von den Mondphasen oder meinen, die Wirkung des Mondes zumindest an einem schlechten Schlaf bei Vollmond zu spüren.

Berücksichtigung finden Mondphasen bei derart sensiblen Menschen demnach auch beim Gärtnern, beim Friseurbesuch, bei der Ausrichtung ihres Schlafs, beim Holz schlagen oder auch beim Pilzesammeln. Ob der Mond aber tatsächlich besondere Kräfte hat, ist allerdings nicht wissenschaftlich nachgewiesen.