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Modellstadt kurz vor Abschluss

Inspiriert durch das weltberühmte Foto von Charles C. Ebbets aus dem Jahr 1932, das Bauarbeiter in luftiger Höhe während der Entstehung des Rockefeller Centers zeigt, hat die Fotografin die Sanierung der Cottbuser Innenstadt in Szene gesetzt.
Inspiriert durch das weltberühmte Foto von Charles C. Ebbets aus dem Jahr 1932, das Bauarbeiter in luftiger Höhe während der Entstehung des Rockefeller Centers zeigt, hat die Fotografin die Sanierung der Cottbuser Innenstadt in Szene gesetzt. FOTO: Simone Noack
Cottbus. Cottbus beendet die erfolgreiche Innenstadtsanierung. Doch es bleiben noch Problemzonen. Deshalb setzt die Stadt sechs Schwerpunkte für eine weitere Aufwertung bis Ende 2019. Peggy Kompalla

Die Sanierung der Cottbuser Innenstadt geht in die Schlussphase. In den vergangenen 25 Jahren sind nach Auskunft von Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) 93 Prozent der Modellstadtfläche auf Vordermann gebracht worden. Dafür flossen rund 85 Millionen Euro aus der öffentlichen Hand in die Altstadt. Damit nicht genug: Jeder Förder-Euro zog demnach sechs bis acht Euro an Privatinvestitionen nach sich. Trotzdem bleiben noch Problemzonen. Die sollen in den nächsten beiden Jahren angegangen werden, verkündet die Bürgermeisterin.

Der Stand der Sanierungen erfordert nun, dass ein Teil der Satzung Modellstadt Cottbus-Innenstadt aufgehoben wird. Einen entsprechenden Beschluss werden die Abgeordneten im September beraten. Das positive Votum des Stadtparlaments vorausgesetzt, bedeutet das für die Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet, die bislang keine Ablöse der Beiträge vereinbart haben, dass nun die Ausgleichszahlungen fällig werden. Die Stadt rechnet nochmals mit rund 3,5 Millionen Euro an Einnahmen. "Dieses Geld werden wir bis 2019 direkt wieder im Sanierungsgebiet investieren", versichert Bürgermeisterin Tzschoppe.

Dafür hat die Stadt sechs Schwerpunkte im verbleibenden Modellstadt-Gebiet definiert:

Stadtpromenade zwischen Blechen-Carré und Berliner Straße: Dazu zählen die Flaniermeile entlang der Stadtpromenade inklusive der Radwege und der Gestaltung des Postparkplatzes. Diese Arbeiten liegen bislang auf Eis, da sich auf der Baustelle neben dem Blechen-Carré bislang nichts regt. Der Bauherr, die EKZ Stadtpromenade GmbH, hatte gegenüber dem rbb erklärt, dass in diesem Jahr nicht mit dem Bau des Einkaufszentrums begonnen werde. Mehr wisse auch die Stadtverwaltung nicht, betont Marietta Tzschoppe. Demnach hat die Stadt den Investor seither dreimal angeschrieben und um eine Antwort gebeten. Bislang Fehlanzeige. "Wir erwarten eine Information, wo wir stehen und wie die Pläne aussehen", erklärt die Bürgermeisterin. Denn auch die Pläne der Stadt hängen an den Bauabläufen für das Einkaufszentrum.

Quartier zwischen Sprem, Mühlenstraße und Altmarkt: Hier besteht Sanierungsbedarf an zwei Gebäuden am Altmarkt und Instandsetzungen an mehreren Häusern. Das Wendische Museum in der Mühlenstraße wird derzeit saniert.

Oberkirchplatz, Sandower Straße bis Spreeufer: Die Neugestaltung des Oberkirchplatzes ist ins kommende Jahr verschoben worden. Die Magazinstraße wird weiter saniert. Das Wichernhaus verwandelt sich in modernen Wohnraum. Die Arbeiten dazu haben kürzlich begonnen.

Mehringstraße, Freiheitsstraße, Neustädter Platz: Für das Quartier gibt es Pläne, um rund 100 Wohnungen und Pflegeplätze zu schaffen.

Quartier Tiegelgasse und Bürgerstraße: Die Breitscheidstraße soll 2018 inklusive des Parkplatzes gegenüber dem Weltspiegel saniert werden. Für die alte Brauerei gibt es Pläne zum Wohnungsneubau.

Wilhelm- und Taubenstraße: In der Taubenstraße wird ein Wohnhaus saniert, in der Nachbarschaft sollen Garagen entstehen. Eine Brachfläche soll demnächst ausgeschrieben werden.

www.modellstadt-cottbus.de