| 18:25 Uhr

Geschenkt
Mitarbeiter der Stadt sollen Jobtickets bekommen

Cottbus. Die Cottbuser Verwaltung will als „attraktiver Arbeitgeber“ auftreten. Der Vorschlag, den Mitarbeitern ein Jobticket für den Weg zur Arbeit zu schenken, wird gegenwärtig in den Ausschüssen diskutiert.

Die Mitarbeiter der Cottbuser Stadtverwaltung sollen vom Arbeitgeber künftig auf Wunsch ein Jobticket für den Weg zur Arbeit erhalten – umsonst. So sieht es ein Vorschlag der Verwaltung vor, der derzeit in den Ausschüssen diskutiert wird.

Markus Niggemann, Leiter des Geschäftsbereiches Finanz- und Verwaltungsmanagement, erklärte im jüngsten Umweltausschuss die Vorteile für Stadt und Mitarbeiter: „Wir wollen etwas für die Umwelt tun“, sagte er. Außerdem könnten so die Fahrgastzahlen bei Cottbusverkehr gesteigert werden. Damit würden wiederum die Höhe der Zuschüsse vom Land für den Öffentlichen Personennahverkehr wachsen.

Rund zwei Drittel der Stadt-Mitarbeiter kommen den Informationen Niggemanns zufolge aus Cottbus, wären also direkte Nutznießer des Angebots. Wiederum zwei Drittel davon – so die Schätzung der Verwaltung – würden das Angebot des Jobtickets annehmen. Grundlage ist die tatsächliche Zahl aller Cottbuser, die Cottbusverkehr regelmäßig nutzen, erklärt Niggemann. „Wir gehen davon aus, dass unsere Mitarbeiter normale Cottbuser sind“, begründet er die Annahme.

Ein wichtiger Grund für die Einführung des kostenlosen Jobtickets sei darüber hinaus, dass sich die Stadtverwaltung als Arbeitgeber in Konkurrenz mit anderen Arbeitgebern befindet. „Wir müssen für die Arbeitnehmer attraktiv sein“, sagt Niggemann. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und der Abwanderung von Fachkräften sei es immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Viel darf die Stadtverwaltung ihren Mitarbeitern nicht schenken – das Jobticket liegt knapp unter der Grenze, erklärt der Geschäftsbereichsleiter. Der Personalrat sei über die Idee der Verwaltung informiert und habe Zustimmung signalisiert. 2018 sollen die Jobtickets laut Beschlussvorlage ausgegeben werden.

Ob auch Mitarbeiter von Eigengesellschaften der Stadt wie Krankenhaus oder GWC davon profitieren würden, wollte Andreas Rothe (SPD) wissen. Zunächst nicht, sagte Niggemann. Die Initiative der Stadt aber könne in den jeweiligen Unternehmen möglicherweise einen Anstoß geben.

(dsf)