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| 06:08 Uhr

Mit Vollgas ab Donnerstag
Erste E-Kart-Bahn der Region eröffnet in Dissenchen

 Melissa Weber und André Krahl betreiben die erste reine Elektro-Kart-Bahn der Region in Cottbus.
Melissa Weber und André Krahl betreiben die erste reine Elektro-Kart-Bahn der Region in Cottbus. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Erste E-Kart-Bahn der Region eröffnet in Dissenchen. Für den Chef ist das Geschäft auch eine Rückkehr in die Heimat.

Der Hintern hängt zwei Zentimeter überm Boden. Die Beine ausgestreckt, Füße auf Pedalen. Rechts Gas, links Bremse. Die Hände am Lenkrad. Ab geht’s. Von Null auf Fünfzig in . . . Das hängt vom eigenen Mut und Hang zum Bleifuß ab. Die Beschleunigung drückt einen noch ein wenig tiefer in den Sitz. Die Reifen surren  leise über den Boden. Das ist alles. Kein Krach, kein Gestank.

André Krahl beobachtet die Runde. Er stellt nüchtern fest: „Sie müssen aber schon Gas geben.“ Widerworte prallen ab. „Aber die Lenkung geht so schwer.“ Seine Antwort: „Genau. Das ist echtes Fahrgefühl.“ Recht hat er. Der Senftenberger hat gemeinsam mit Melissa Weber in Dissenchen in einer leeren Werkhalle an der Werner-von-Siemens-Straße die erste reine E-Kart-Bahn der Region aufgebaut. Donnerstag öffnet die Bahn zum ersten Mal.

Die 18 Karts warten dann frisch aufgeladen auf die Fahrer. „Bis zu zehn können gleichzeitig auf die Strecke“, sagt Krahl. Die Bahn bringt es auf eine Länge von 280 Metern und schlängelt sich in teils fiesen Kurven durch die Halle. Bei einigen Schikanen sind Muckies gefragt, um das Lenkrad rumzubekommen. Die Karts bringen es auf 50 km/h. Wenn der Fahrer oder die Fahrerin den Mut aufbringt. André Krahl lächelt. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sich deutlich mehr Frauen in die E-Karts trauen, als in die herkömmlichen Flitzer mit den knatternden Abgasmotoren.

André Krahl hat in den vergangenen elf Jahren auf Go-Kart-Bahnen gearbeitet in Berlin und Karlsruhe. „Das ist eine lange Ausbildungszeit“, scherzt er. Zuletzt trug er die volle Verantwortung für die erste Elektro-Kart-Bahn Deutschlands in Berlin. Da war der Gedanke zur Selbstständigkeit nicht weit, zumal ihn das Heimweh plagte. „So ein Angebot fehlte bislang in Cottbus und Senftenberg.“

Mit seinem Businessplan für die Anlage erreichte er beim Lausitzer Existenzgründerwettbewerb Lex den dritten Platz. Die Zahlen und Ideen stimmten. Nur die Suche nach einem geeigneten Standort erwies sich im Seenland schwerer als gedacht. In Cottbus wurde er schließlich fündig.

Die Halle ist zwar vordergründig eine Rennstrecke, sie verströmt aber nicht die Atmosphäre, als ob hier nur Spezialisten hergehören, durch deren Adern Benzin fließt. „Wir wollen das noch weiter ausbauen“, sagt André Krahl. Das Freizeitangebot soll also wachsen. Platz ist dafür da. Aber erst einmal müssen die Elektro-Filtzer in Cottbus bekannt werden.

Der Standort erwies sich erst auf den zweiten Blick als doppelt ideal. Denn als der Senftenberger die Verhandlungen führte, war ihm nicht klar, dass ganz in der Nähe der Ostsee entsteht. „Wir haben ja schon einen See.“ Er weiß also, welches Potenzial darin steckt und hat vor zu bleiben: „Der Mietvertrag läuft über zehn Jahre.“

 Melissa Weber und André Krahl betreiben die erste reine Elektro-Kart-Bahn der Region in Cottbus.
Melissa Weber und André Krahl betreiben die erste reine Elektro-Kart-Bahn der Region in Cottbus. FOTO: Peggy Kompalla