Doch Feiern ist nicht das, was die Gäste an diesem Kaffeetisch zusammenführt. Ihr Grund ist ein anderer: Sie alle sind traurig. Haben einen nahen Angehörigen oder einen guten Freund verloren und wissen nicht, wohin sie ihre Trauer tragen können. “Bei uns erfahren Hinterbliebene, dass sie offen über ihre Gefühle sprechen können, ohne damit jemanden zu langweilen„, sagt Trauerbegleiterin Gabriele Bannach. Zusammen mit sechs ehrenamtlichen Helferinnen organisiert sie einmal im Monat das “Lebenscafé„ im Haus der Malteser in Sachsendorf. Seit 2008 bietet der ambulante Hospizdienst der Malteser, den ebenfalls Gabriele Bannach betreut, Hilfe bei der Trauerarbeit an. “Denn wir haben in unserer täglichen Arbeit mit Sterbenden und ihren Familien gemerkt, dass unsere Hilfe nicht mit dem Tod eines Pflegebedürftigen enden darf.„ Ehefrauen, Kinder, Freunde, sie alle müssten erst nach und nach lernen, mit dem Verlust zu leben. “Dabei„ so Bannach, “ist das Umfeld in den ersten Wochen nach einem Todesfall zumeist sehr verständnisvoll.„ Dann aber käme der Zeitpunkt, an dem die Trauer lästig wird. “Das Leben muss weitergehen„, heißt es dann oder sogar: “Du bist doch noch jung, such Dir einen neuen Partner.„

Im “Lebenscafé„ dagegen gibt es kein vorgeschriebenes Ende für die ganz persönliche Trauer. “Manche Besucher fühlen sich schon nach einigen Wochen getröstet„, so Gabriele Bannach. “Andere sind schon seit Jahren Stammgäste und haben hier feste Freundschaften geschlossen.„

Die Besucher sind fast ausschließlich Frauen, meist im Alter von 55 aufwärts. Angst vor Einsamkeit, vor der Verantwortung, das Leben plötzlich selbstständig ordnen zu müssen, den ersten Urlaub ohne Partner zu organisieren, all das kann Thema sein im “Lebenscafé„. Oder eben nur das: einmal im Monat in gemütlicher Runde nette Menschen treffen.