| 17:36 Uhr

Gute Vorsätze für 2018
Mit System gegen die kleinen und großen Süchte

Mit System gegen die kleinen und großen Süchte.
Mit System gegen die kleinen und großen Süchte. FOTO: Uwe Zucchi / dpa
Cottbus. Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Wird doch eh nichts! Oder doch? Ein neues Training will Lausitzern bei der Bekämpfung ihrer Süchte helfen, egal ob Alkohol, Rauchen oder Süßigkeiten. Von Bodo Baumert

Die ersten fünf Cottbuser haben es fast geschafft. Über zehn Wochen haben sie zusammen mit Suchtberater Alexander Lattig von der Caritas ihr Skoll-Training absolviert. Einmal in der Woche kommen sie zusammen und nehmen sich zunächst ihren persönlichen Dokumentationsbogen vor.  Was war ihr Ziel für die Woche: Der eine will auf Süßigkeiten verzichten, der andere nicht mehr zum Alkohol greifen, ein dritter zumindest weniger Trinker, ein andere nicht mehr zuschlagen, wenn er rot sieht.

Für alle diese oder andere kritischen Verhaltensweisen ist Skoll gedacht. „Es ist keine Therapie, sondern gibt eher Impulse für Veränderung“, erklärt Alexander Lattig. Skoll soll die Lücke schließen für alle, die zwar schon erkannt haben, dass sie ein Problem haben oder bekommen, aber noch nicht zu einer Therapie bereit sind. „Skoll ist Prävention“, erklärt Lattig. Genau wie ein Rückenkurs werde die Teilnahme von der Krankenkasse gefördert. Ziel sei es, vorzubeugen, bevor es zur  Abhängigkeit kommt.

Das kleine Ziel für die Teilnehmer ist aber erst einmal, was sie in dieser Woche geschafft haben oder auch nicht. Was haben sie dabei gefühlt, gedacht, wie haben sie reagiert? „Das persönliche Ziel wird jede Woche neu angepasst“, erklärt der Trainer. Am unteren Ende des Wochenplans muss der Teilnehmer unterschreiben. Er schließt so einen Vertrag mit sich selber. „Die Teilnehmer werden so über einen längeren Zeitraum täglich mit ihrem Verhalten konfrontiert“, so Alexander Lattig.

Zehn Sitzungen umfasst ein Kurs. Jede Woche steht ein anderes Thema auf der Tagesordnung: Risikosituationen, Stress, Soziales Umfeld. Immer geht es um die Auseinandersetzung mit dem eignen Ziel. Selbstmanagement und die Eigenmotivation stehen im Fokus. Ein bisschen ist das wie bei „Weight Watchers“, zumindest wenn es um die Gruppendynamik geht.

Acht Wochen nach dem Ende des Kurses gibt es noch einmal ein Nachtreffen. Dann wird geschaut: Wird das Ziel immer noch erreicht? Braucht der Teilnehmer weitere Hilfen. Alexander Lattig und seine Kollegin Sandra Wirges stehen auch dann mit Rat zur Seite. Beide haben sich zum Skoll Spezial-Trainer ausbilden lassen. Das Konzept wurde von der Caritas in Osnabrück entwickelt, ursprünglich zur Prävention jeglicher kritischer Verhaltensweisen wie Handysucht, Gewalt oder eben Süßigkeiten. Mittlerweile gibt es mit Skoll Spezial die Möglichkeit, sich intensiver mit dem persönlichen Alkohol- und Nikotinkonsum auseinander zusetzen

Ein neuer Kurs beginnt in Cottbus Mitte Februar, passend zur Unterstützung der guten Vorsätze für das neue Jahr. Ab Anfang Dezember liegen Flyer in Cottbuser Kneipen aus. Am 1. Februar gibt es einen Informationsabend um 17 Uhr bei der Caritas in der Straße der Jugend 23. Wer sich vorab informieren oder anmelden will, kann dies bei der Suchtberatung der Caritas unter Telefon 0355/38003761 tun.

Für die fünf Cottbuser aus dem ersten Kurs läuft es gut. Alle haben ihr Ziel bisher erreicht.