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| 14:22 Uhr

Diebstahl und Einbruch
Mit Malerkrepp gegen Einbrecher?

Es dauert nur Momente, bis ein Standard-Fenster aufgehebelt ist, demonstriert Kati Prajs dem amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck.
Es dauert nur Momente, bis ein Standard-Fenster aufgehebelt ist, demonstriert Kati Prajs dem amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck. FOTO: Angela Hanschke
Cottbus/Spree-Neiße. Der Präventionsrat lädt zur Konferenz zum Thema Sicherheit und Diebstahlprävention. Von Daniel Schauff

Fast 300 Wohnungseinbruchsdiebstähle in Cottbus und Spree-Neiße, 1513 geklaute Fahrräder allein in Cottbus – die Zahlen für das vergangene Jahr sind im deutschlandweiten Vergleich nicht nur rekordverdächtig, belegen darüber hinaus eindrücklich, dass Einbruchschutz und Diebstahlprävention wichtige Themen in der Region sind. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen und Diebstahl liegt bei rund 20 bis 25 Prozent. Ist das Fahrrad also weg oder die Wohnung einmal aufgebrochen, ist es meist zu spät – die Polizei setzt auf Prävention.

Seit 20 Jahren kümmert sich in Cottbus neben ihr und der Justiz auch der Präventionsrat der Stadt um die Kriminalitätsbekämpfung. Die aktuellen Statistiken bieten nicht unbedingt Grund zum Feiern – eine wirkliche Party zum 20. Jubiläum wird’s auch nicht geben, dafür aber eine Fachkonferenz, kündigt Thomas Bergner, Cottbuser Dezernent für Ordung und Sicherheit sowie Vorsitzender des Präventionsrates an. Und statt aus der Konferenz eine Privatveranstaltung für Profis zu machen, sollen alle Interessierte den Weg ins Stadthaus am 20. November finden.

Vor allem am Nachmittag wird sich die Konferenz dem alltäglichen Schutz vor Kriminalität widmen – das Netzwerk „Zuhause sicher“ etwa wird demonstrieren, wie schnell sich einfache Fenster öffnen lassen und wie man sie sichern kann. Die Brandenburgisch-Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) stellt das Projekt „Fahrrad(diebstahl)stadt Cottbus“ vor. Außerdem gibt es eine Verkehrsteilnehmerschulung zum Thema Winterverkehr und den Rettungssimulator der Verkehrswacht sowie Fahrradcodierung.

Bereits ab 10 Uhr gibt es in mehreren Vorträgen von Innenministerium, Polizei, Präventionsrat und Uni, bis 15 Uhr berichten die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) und der Fachbereich Ordnung und Sicherheit der Stadtverwaltung, was bisher unternommen wurde, um die Sicherheit in den Stadtteilen zu verbessern, kündigt Stadtsprecherin Kerstin Jebas an. Weitere Themen sind Einbruchschutz und Sicherheitspartnerschaften. Dazu stünden Kriminaloberrat Edgar Simmula von der Polizei und ein Vertreter der Sicherheitspartnerschaften Guben zum Informationsaustausch zur Verfügung.

Wie sinnvoll es sein kann, sich über ordentlichen Einbruch- und Diebstahlschutz zu informieren, haben gleich mehrere Akteure aus der Region – darunter die Polizeiinspektion, die Feuerwehr, die Präventionsräte der Städte – bei ganz unterschiedlichen Gelegenheiten gezeigt. In Windeseile können Einbrecher ein gekipptes Fenster öffnen, weit schwieriger wird’s mit den richtigen Beschlägen, zeigte etwa die Feuerwehr im Rahmen der Nacht der kreativen Köpfe vor wenigen Wochen vor dem Stadthaus. Kati Prajs, Präventionsbeauftragte der Polizeiinspektion, informierte an einem Stand der Polizei bei der diesjährigen Herbstmesse zur Sicherung der eigenen vier Wände.

Im Rahmen der Initiative „Zuhause sicher“ werden nicht nur Tipps zur Montage von Einbruchschutz gegeben, sondern auch Präventionsplaketten verteilt. Einige seien bereits vergeben worden, berichtet Kati Prajs und kündigt an, im Rahmen der Fachkonferenz am 20.November auch zu verraten, was einfacher Malerkrepp mit sicheren Fenstern zu tun hat, „in der Hoffnung, dass einige an der Auflösung des Rätsels Interesse haben“, fügt sie hinzu.