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| 18:59 Uhr

Tanzunterricht vor der 1. Cottbuser Walzernacht
Mit kleinen Schritten zum Wiener Walzer

Tanzlehrer Daniel Kara erklärt RUNDSCHAU-Volontärin Josephine Japke den Walzer-Grundschritt.
Tanzlehrer Daniel Kara erklärt RUNDSCHAU-Volontärin Josephine Japke den Walzer-Grundschritt. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Kurz vor der 1. Cottbuser Walzernacht am Freitagabend lernt RUNDSCHAU-Volontärin Josephine Japke den „Kaisertanz“. Von Josephine Japke

„Tanzen ist ein Gefühl, eine Emotion. Das versteht man erst, wenn man es selbst mal gemacht hat“, erklärt Tanzlehrer Daniel Kara mit leuchtenden Augen. Das Gefühl von Freiheit und Leidenschaft, wenn man mit seinem Partner in perfekter Symbiose übers Parkett schwebt, sei nicht in Worte zu fassen.

Aber Achtung: „Schweben und nicht stampfen“, sagte schon meine Sportlehrerin zu uns, als sie verzweifelt versuchte, kurz vorm Abiball ein paar Grundschritte in unsere Köpfe zu kriegen. Weil das offensichtlich scheiterte, besuchte ich kurz vor der 1. Cottbuser Walzernacht am Freitagabend die Tanzschule von Daniel Kara in Cottbus.

„Wirklich jeder kann tanzen lernen. Bei manchen geht es eben schneller, andere brauchen länger dafür“, sagt der Tanzlehrer. Noch nie hatte er in seiner Tanzschule hoffnungslose Fälle. Alles, was es braucht, sei ein bisschen Körperkoordination, Spaß und ein kleines Maß an Rhythmusgefühl. Alles andere lerne man beim Tun. „Oft geben die Frauen die Initiative und Männer gehen dann gezwungener Maßen mit ihnen zum Tanzunterricht“, beschreibt der Profi. Sind sie dann ein paar Stunden dabei, merken auch Männer, wie viel Spaß das Tanzen macht und drängen die Damen zum Wiederkommen.

Spaß haben und den Abend genießen. Unter diesem Motto findet am Freitagabend auch die erste Cottbuser Walzernacht statt. Von 21 bis 24 Uhr können Tanzpaare zu berühmten Walzer-Melodien, gespielt vom Philharmonischen Orchester, über den Altmarkt schweben, stilvoll essen und flanieren. Farbe des Abends soll weiß sein. Wer das Walzertanzen erst noch lernen muss oder seine Kenntnisse auffrischen will, kann ab 18.30 Uhr am öffentlichen Tanzunterricht unter Aufsicht der Tanzschulen Kara und Fritsche auf dem Altmarkt teilnehmen.

Schon vorab erklärt mir der Tanzlehrer, was der Walzer-Grundschritt für die Dame ist - und legt dafür einen Bierdeckel auf den Boden. „Jetzt versuchen wir, mit so wenigen Schritten wie möglich eine Runde um den Bierdeckel zu drehen“, sagt er. Beginn ist an der rechten unteren Ecke. Los geht’s: rechter Fuß vor, linker Fuß mit etwas Abstand daneben, rechter Fuß ran. Dann linker Fuß zurück, rechter Fuß mit Abstand daneben, linker Fuß ran - und fertig ist der Walzerschritt.

Klingt leichter, als es aussieht. Zwar könnte selbst ich mich jetzt aufs Tanzparkett trauen. Doch tanzt man den Wiener Walzer im normalen 3/4-Takt, kommt man nach ein bis zwei Runden durch den Saal außer Puste, so Daniel Kara. Trotzdem freut er sich riesig auf die weiße Walzernacht: „Wenn viele Menschen in weiß gekleidet zu wunderbarer Musik tanzen, sieht es edel, elegant und nach Sommer aus.“ Es sei mutig von den Organisatoren, so etwas anzustreben und er hofft, dass sich das Format etablieren wird.

Damit sich am Abend niemand auf die Füße tritt, betont Daniel Kara, dass es auch beim Tanzen Verkehrsregeln gibt. „Im Außenring wird entgegen des Uhrzeigersinns getanzt. Wer den Walzer nicht so gut beherrscht, sollte auf der Mitte der Fläche tanzen“, so der Profi. Oberstes Gebot sei immer Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Um andere Paare nicht anzurempeln, schaut man über die linke Schulter des Partners. Eine letzte Regel hat Daniel Kara noch: „Den Partner verliebt angucken, ist ok - aber bitte nicht beim Walzer.“