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| 13:42 Uhr

Teurer Fehltritt
Mit Hakenkreuz, Hitlergruß und Waffe aufs Stadtfest

Cottbus. Ein Arbeitsloser wird zu 900 Euro Strafe verurteilt.

Nein, so richtig kann sich Lutz K. (25) an das letzte Stadtfest nicht erinnern. „Ich hatte schon morgens angefangen mit Trinken“, erzählt er vor dem Cottbuser Amtsgericht. Auf dem Stadtfest habe er dann immer wieder Nachschub geholt, das letzte, woran er sich erinnern kann, ist eine Bank an der Berliner Straße. Dort, so sagen zwei Polizeibeamte, habe er gesessen und die Streife mit „Heil Hitler“ begrüßt. Als die Beamten ihn durchsuchen wollten, habe er sich gewehrt. Im Gewahrsam dann entdeckten die Beamten gleich zwei Auffälligkeiten: Ein tätowiertes Hakenkreuz am Schienbein und einen Teleskop-Schlagstock, den Lutz K. unter der Hose am Oberschenkel festgeklebt hatte. „Wie der da hingekommen ist, kann ich mir nicht erklären“, zuckt er  die Achseln. Das mit der Tätowierung sei „irgendwie dumm“, die habe er sich stechen lassen, als er „noch voll in der rechten Szene“ war. Für seinen Widerstand gegen die Beamten entschuldigt er sich vor Gericht, zudem wirkt sich der Promillewert von 3,49 strafmindernd aus. So kommt er mit 900 Euro Strafe davon. Wer die zahlt? Unklar. Lutz K. hat derzeit kein Einkommen. „Ich lebe von Mutti.“

(hil)