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Mit Gabelstaplern ging’s stetig aufwärts

Blick in die Werkstatt: Wolfgang Jahn von der städtischen Wirtschaftsförderung, Sonja Waury, Bürgermeister Ferdinand Schwarz, Wilfried Buder und Hans-Joachim Waury.
Blick in die Werkstatt: Wolfgang Jahn von der städtischen Wirtschaftsförderung, Sonja Waury, Bürgermeister Ferdinand Schwarz, Wilfried Buder und Hans-Joachim Waury. FOTO: Foto: Michael Helbig
Cottbus.. Bei seiner Tour durch Cottbuser Wirtschaftsunternehmen bekommt Bürgermeister Ferdinand Schwarz des Öfteren durch die schwächelnde Konjunktur bedingte Sorgen geschildert. Gelegentlich ist aber auch eine unternehmerische Erfolgsgeschichte dabei. Foto: Michael Helbig

Das war gestern der Fall, als der Bürgermeister in Begleitung von Wolfgang Jahn vom Amt für Wirtschaftsförderung die Firma Waury Fördertechnik, Gabelstapler, Lager und Reinigungstechnik besuchte.
Sonja Waury erinnerte sich noch an den März 1990, als das Unternehmen gegründet wurde. Ihr Mann Hans-Joachim Waury hatte zuvor Autos repariert, nun war er „in Personalunion alles im Betrieb.“ Von einem Unternehmen zur Wartung von Gabelstaplern war Waury abgeraten worden. Doch schon nach zwei Monaten konnte ein Mechaniker eingestellt werden. Inzwischen zählt das Unternehmen 39 Beschäftigte. Neben der Wartung von Gabelstaplern bildet die Vermietung einen weiteren Geschäftsbereich, des Weiteren der Verkauf gebrauchter Gabelstapler. Ein weiterer Geschäftszweig ist der Verkauf von Rasenmähern - vom kleinen Handgerät bis zur fahrbaren Mähmaschine.
Als 1993 die erste Halle an der Krennewitzer Straße eröffnet wurde, waren die Erschließungsarbeiten des Gewerbegebietes noch im Gange, erinnert sich Hans-Joachim Waury. Einen befestigten Weg zur Firma gab es noch nicht. 1998 kam ein Erweiterungsbau hinzu, mit Werkstätten, Waschanlage, Schulungs- und Verkaufsraum und Büros. Neben dem Standort in Cottbus ist Waury noch bei ECO-Stahl und in der BASF präsent. Kunden kommen nicht nur aus Cottbus und Umgebung, sondern auch aus Guben, Weißwasser, Schwarze Pumpe, Schwarzheide und Eisenhüttenstadt.
Trotz der gesunden Entwicklung des Unternehmens seit 1990 herrsche derzeit in der Branche Stagnation vor, sagte Sonja Waury. Die Ursache liege im Ausbleiben industrieller Neuansiedlungen. Als Service-Unternehmen sei man regional gebunden. Längere Anfahrten zu entfernteren Kunden seien nicht rentabel.
Neben den Folgen der allgemeinen Wirtschaftslage beklagt der Unternehmer das Niveau von Bewerbern für eine Ausbildung. Zurzeit beschäftigt Waury vier Auszubildende, plant aber mit Beginn des neuen Lehrjahrs sechs weitere einzustellen. Ausgebildet wird in den Berufsbildern Kfz-Mechatroniker und Bürokauffrau. Waury: „Wir bilden Leute mit dem Ziel aus, die Guten zu übernehmen.“ Allerdings ließen viele Bewerber zu wünschen übrig. Waury: „Mit den Schulkenntnissen in Deutsch, Mathe und Physik - das wird jedes Jahr schlimmer...“ Auch die Motivationslage vieler junger Berufsanfänger sei beklagenswert. (ka)