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Mit frischer Kraft und Kompetenz

CDU-Kandidat Torsten Schwieg.
CDU-Kandidat Torsten Schwieg. FOTO: Hofmann
Kolkwitz. Auch Torsten Schwieg (CDU) zieht seinen Hut vor dem, was der noch amtierende Bürgermeister der Großgemeinde Kolkwitz, Fritz Handrow (CDU), aufgebaut hat. "Er hat die Gemeinde solide aufgestellt und alle Ortsteile mit ins Boot geholt", so der 45-Jährige. Rüdiger Hofmann

Dennoch werde Schwieg natürlich - sollte er die Wahl am 24. September gewinnen - mit einem eigenen Profil das Amt auskleiden. Seine Art erscheint zielstrebig, sein Auftreten nicht von oben herab. Er selbst beschreibt sich oftmals als "unerbittlich".

"Mir ist wichtig, dass die Gemeinde Kolkwitz auch in Zukunft selbst entscheiden kann, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Deshalb werde ich mich für die Fortführung und den Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit und gegen eine Gemeindestrukturreform einsetzen", sagt Torsten Schwieg. Dabei wolle er Entscheidungen immer im Gespräch miteinander treffen. Vor allem beim Thema Kreisreform macht Schwieg deutlich, dass diese "nicht durchdacht" und er ein "absoluter Gegner" sei. "Eine effektive Verwaltung zu haben, ist ja völlig in Ordnung, aber dass wir als Kommune am Ende die Kreisumlage mitfinanzieren müssen, kann nicht sein."

Beim Thema Schule vertritt Schwieg auch eine deutliche Position. "Ich werde mich konsequent dafür einsetzen, eine weiterführende Schule neben der bestehenden Grundschule einzurichten." Kurze Wege für die Kinder sei die eine Seite. "Sie sollen aber auch hier in der Gemeinde ihre Entwicklung bis zum Schluss durchlaufen." Die Rede ist von einer soliden sozialen Infrastruktur, auch im Einklang mit Burg und Drebkau, um junge Leute in der Region halten zu können. Schwieg geht in diesem Zusammenhang auf eine flexiblere Kinderbetreuung und den Sinn einer familienfreundlichen Gemeinde ein. Als Beispiele, wie das umzusetzen sei, nennt er die "Einbeziehung von Tagespflege und Mehrgenerationen in Abhängigkeit der Arbeitszeit der Eltern".

Für Schwieg sollte ein Bürgermeister in der Gemeinde zugleich der oberste Wirtschaftsförderer sein. Gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region erhalten, sodass bestenfalls die Einwohnerzahlen wieder steigen, sei eine wichtige Aufgabe. "Wir brauchen einen Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Stärke und sozialer Infrastruktur", sagt der 45-Jährige. Die Unternehmen, die bereits da sind, sollten partnerschaftlich unterstützt werden, ohne den Fokus möglicher Neuansiedlungen aus den Augen zu verlieren.

Auf das Thema Bahn angesprochen, sagt Schwieg: "Ich werde als Bürgermeister die Bürgerinitiative unterstützen, um die Bahnhaltepunkte des RE 2 in Kunersdorf, Kolkwitz und Raddusch wieder einzurichten." Es sei schwer, den Leuten hier vor Ort zu vermitteln, dass der Regionalexpress in Berlin sieben Mal halte. Außerdem soll die Ortsumfahrung Klein Gaglow forciert werden.

Auch die Wissenschaft hat Torsten Schwieg im Blick. Künftig müssten deutlich mehr duale Studiengänge in der Region angeboten werden. "Die Studenten müssen hier ausgebildet und dann an die regionalen Unternehmen gebunden werden", so Schwieg.

Zum Thema:
Torsten Schwieg ist gebürtiger Glinziger. Er hat eine Ausbildung als Nachrichtentechniker absolviert. Seit 16 Jahren arbeitet Schwieg für die Gemeinde Neuhausen/Spree. Als Amtsleiter der Haupt- und Finanzverwaltung ist er dort unter anderem zuständig für die Bereiche Personal, Kindertagesstätten und Aufgaben des Schulträgers. Als Kämmerer trägt er die Verantwortung für die Verwaltung der Finanzen der Gemeinde. In seiner Freizeit segelt der 45-Jährige gerne an der Ostsee. Schwieg ist verheiratet und hat einen Sohn.