Gezeigt werden die Gemälde „Düstere Erde über lichtem Himmel“ von 1956 und „Abendliche Winterlandschaft mit Steg“ von 1977, Schenkungen von Dr. Wolfgang Wackwitz aus Weimar, Arzt und Freund des Malers, sowie das Porträt der Studienrätin Hilda Matuschek. Er habe sich in seinem Malstil nie beirren lassen, sagt Christina Kliem, Kuratorin des Wendischen Museums, auch in den 50er-Jahren nicht, „als sozialistischer Realismus gefordert war“ . Seine Bilder seien „den Genossen damals zu sonnenlos und zu melancholisch“ gewesen.
„Er war ein sehr gutmütiger und ruhiger Mensch“ , sagt Friedrich Kuhlmann, „aber auch sehr eigensinnig. Wenn er sich auf etwas festgelegt hatte, dann wollte er das auch durchdrücken.“
Lattke, der seit dem Studium an der dortigen „Staatlichen Hochschule für bildende Kunst“ in Weimar geblieben war, habe bei seinen Besuchen im Spreewald stets bei Kuhlmanns Eltern hereingeschaut. „In der ersten Zeit ist er mit dem Motorrad allein gekommen, später mit seiner Frau im Beiwagen.“
Obwohl er seit 1921 in Weimar lebte, habe Lattke fast ausschließlich Niederlausitzer Landschaften gemalt, sagt Christina Kliem. Er habe ein Leben lang von den Skizzen gezehrt, die in Lakoma, Bärenbrück oder Burg-Kolonie entstanden.
In Weimar habe Lattke als Meisterschüler bei freier Kost und Logis sein Auskommen gehabt. In der Lausitz hingegen seien seine Bemühungen um ein Stipendium vergebens gewesen, erzählt Christina Kliem.
Traumatisch sei auch die Verhaftung wegen Verweigerung des Hitlergrußes 1934 während eines Besuchs in Bärenbrück gewesen. Christina Kliem: „Er schrieb damals: Wochenlange Arbeit ist hinüber.“
Lattke werde auch als „Malerpoet der Farbe“ bezeichnet. Seine Bilder zeigten „die stille Verhaltenheit, das stimmungsvolle Gleichmaß und die Sammlung der Ruhe“ in der Niederlausitzer Landschaft. Im Fundus des Wendischen Museums befinden sich allein 30 Gemälde des Künstlers.
Seinen Lebensunterhalt habe sich Fritz Lattke jedoch mit Illustrationen verdienen müssen, sagt Christina Kliem und zeigt als Beispiel einen Cottbuser Heimatkalender von 1923. Außerdem sei der Autor der lustigen Geschichten über Fritzi, Putzi, Hanni und den Raben Kolk einer der ersten deutschen Comic-Zeichner gewesen.

Service Öffnungszeiten
  Das Wendische Museum in der Cottbuser Mühlenstraße hat dienstags bis freitags von 8.30 Uhr bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.