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| 14:22 Uhr

Umweltschutz
Mit dem Floß zum Strombad

Mit dem Floß über die Spree FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Abenteurer und Weltverbesserer erkunden die Spree – und befreien sie gleichzeitig von Müll.

„Los jetzt. Unsere Arbeit muss gemacht werden. Hier wird jeder gebraucht“. Mit diesen Worten feuert Pepe (11) seinen Kumpel Friedrich (7) an und sortiert die Leinen des Behelfs-Floßes, um sogleich wieder kräftig an den Leinen zu ziehen, um dieses zum Hauptfloß zu befördern.

An diesem Wochenende hatte beim traditionellen Festival „Stuss am Fluss“ im Strombad ein riesiges Floss festgemacht, auf dem zahlreiche junge Leute ganz entspannt inmitten der herrlichen Flusslandschaft relaxten. „Das haben wir in der vergangenen Woche in nur zwei Tagen zusammen gebaut“, erzählt Tilman Neufelds, der die Musikanlage am Ufer der Spree bedient. „Fünf Leute, davon zwei Geschwisterpaare. Es hat einen Riesenspaß gemacht.“

Kurz vor 16 Uhr war es dann soweit. Unter dem Beifall der zahlreichen Schaulustigen machten die ersten beiden Flöße am Ufer des Strombades fest. „Die Tour von Neuhausen bis hierher war ganz schön fordernd, aber auch motivierend“, erzählen Hendrik (23) und Chris (19) vom Green Peace Team. „Drei Wochen lang haben wir immer mal wieder einen Tag lang an unserem Floß gebaut, aber es hat sich gelohnt. Neben dem Spaß während der Fahrt konnten wir auch ein wenig unsere Wertschätzung für die Spree, die Neiße und den Schutz der Antarktis deutlich machen“. Auch im Ziel haltensie noch einmal ihr Mini-Banner mit der Aufschrift „Schützt die Antarktis“ in die Höhe.

Glücklich über ihren Zieleinlauf sind auch Antonia (23), Sophie (22) und Felix (25) vom Floß „Rhababer Barbaren“. Während die Konstrukteure der meisten Flöße auf die bewährte Bauweise mit Fässern oder Gummireifen setzten, hatten sie sich für Styropor unter ihrer Holzkonstruktion entschieden. „Dadurch war unser Floß leichter und lag tiefer im Wasser. Das hat uns bei Stromschnellen und beim Übersetzen an den Spreewehren sehr geholfen. Alle haben gedacht, wir kommen gar nicht an. Doch wir haben einige Flöße einfach überholt und sind mit Green Peace zusammen als erste ins Ziel gekommen“, berichten sie begeistert.

Martin Lüttig vom Team „Rubber Racers“, der auf der Tour seinen 31. Geburtstag feierte und mit einem über eine Fahrradkette angetriebenen Tret-Floß unterwegs war, fügt hinzu: „Es lief sehr gut. Wir waren eine lustige Truppe. Haben aber auch gemerkt, dass wir ein paar Kleinigkeiten an unserer Konstruktion verbessern können.“

Nachdem alle Flöße wohlbehalten ins Ziel gekommen waren, feierten die Flößer, ihre Unterstützer und Fans im Strombad beim traditionellen Festival Stuss am Fluss eine große Party mit viel Musik.

Das Umweltprojekt „Viva con Aqua“ hatte zu dem Floßrennen von Neuhausen zum Strombad aufgerufen. Dieses Mal waren 13 Teams dem Aufruf gefolgt. Sie mussten nicht nur ein möglichst originelles und fahrtüchtiges Floß zimmern, sie sollten während der fahrt auch noch möglichst viel Müll aus der Spree fischen. „Viva con Aqua“ finanziert weltweit Sanitär- und Wasserprojekte, gekoppelt mit Aufklärung über Hygiene und Gesundheitsvorsorge. Der Erlös des Rennens fließt an Hilfsprojekte in Nepal, Uganda oder Äthiopien.

Zwei- und Vierbeiner freuten sich über den geglückten Ausflug von Neuhausen bis zum Strombad.
Zwei- und Vierbeiner freuten sich über den geglückten Ausflug von Neuhausen bis zum Strombad. FOTO: Michael Helbig
Mit dem Floß über die Spree FOTO: Michael Helbig
(mih)