| 01:05 Uhr

Mit dem Fisch fing alles an

Die seinerzeit noch selbständigen Nachbarstädte Altona und Hamburg kämpften schon vor 300 Jahren um ihre Platzrechte an der als Handelsplatz geradezu prädestinierten Elbmündung. Mal gewannen die einen, mal die anderen die Oberhand. Bis dann endlich am 2.

Mai des Jahres 1703 der Magistrat verordnete, dass es den Fischern ab sofort freistehe, ihre Waren bis sonntags morgens halb Neun zu verkaufen.
Im Umfeld der legendären Hamburger Fischhallen entstanden in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg umfangreiche Marktanlagen mit Händlern für alle Arten von Waren. Auktionshallen wurden errichtet, und die Händler boten lauthals ihre Produkte feil. Das war die Geburtsstunde der Marktschreier.
Wer kennt ihn nicht, den weltberühmten Hamburger Fischmarkt mit seiner ganz besonderen Atmosphäre? Große Anziehungspunkte sind vor allen Dingen die weltbekannten Marktschreier, die auf ihre humorvolle Art tonnenweise Bananen, Wurst, Aale, Blumen, Käse und vieles andere „gnadenlos billig“ unter die Leute bringen. Diese typischen Darsteller gab es bisher fast nur in Hamburg. Jetzt aber geht der Hamburger Fischmarkt auf große Tournee und bei diesen Veranstaltungen geht es dann auch in Cottbus zu wie am Kai im Hamburger Hafen
Und das passiert genau am 25., 26. und 27. August. Marktschreier in nostalgischen Kostümen preisen von 9 bis 18 Uhr auf dem Oberkirchplatz ihre Produkte von originellen Verkaufs-Trucks aus an, und zwar zu Preisen „wahrhaft wie zu Omas Zeiten“ .
Ein Spruch gilt noch heute wie vor vielen Jahren:
„Nicht drei Mark, nicht zwei Mark, nicht eine Mark, heute beinahe umsonst, denn wir leben von den Verlusten!“ Da kann man staunen, lachen und feilschen und kann die besten Marktschreier Europas erleben.
Offiziell eröffnet werden die Cottbuser Marktschreiertage am Freitag, 25. Juli, 10 Uhr mit dem Anschnitt „der längsten Salami der Welt“ , wobei Oberbürgermeisterin Karin Rätzel beweisen muss, ob sie den Pokal „Staatlich geprüfter Wattwurstabschmecker“ erringen kann. 50 Meter von der 300 Meter langen Minisalami werden verschenkt. Der Rest wird für einen guten Zweck verkauft.
Danach laden die Marktschreier wiederum zu einem Original Händlerfrühstück ein: Auf einer Probiertafel gibt es unter anderem Wattwürmer, Käse, Kuchen, Obst zum Verkosten für die Besucher gratis und „einen Meter Freibier“ - solange der Vorrat reicht. (bm)