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| 01:22 Uhr

Mit Backschrot und Tütenmehl

Uwe Kümmel führt gemeinsam mit seinem Bruder Frank die Burger Spreewaldmühle. Diese, das ist historisch überliefert, ist so alt wie der Ort selbst – 794 Jahre. 60 Beschäftigte stehen hier in Lohn und Brot. Foto: Marion Hirche
Uwe Kümmel führt gemeinsam mit seinem Bruder Frank die Burger Spreewaldmühle. Diese, das ist historisch überliefert, ist so alt wie der Ort selbst – 794 Jahre. 60 Beschäftigte stehen hier in Lohn und Brot. Foto: Marion Hirche FOTO: Marion Hirche
Uwe Kümmel kontrolliert an der Abfüllanlage der Burger Mühle, ob die Säcke richtig voll werden. Gemeinsam mit seinem Bruder Frank führt er das Traditionsunternehmen im Spreewald-Kurort, erzählt er. Die Mühle sei bereits in dritter Generation in der Hand der Familie. In wenigen Tagen feiert Uwe Kümmel (44) sein 20-jähriges Meisterjubiläum. Von Marion Hirche

„Wir haben auch derzeit alle Hände voll zu tun“, erklärt Kümmel sichtlich zufrieden. Denn die Spreewaldmühle produziere hauptsächlich für Groß- und Industriebäcker. Die Auftragsbücher seien trotz Wirtschaftskrise voll. Dies sei der Umstellung der Produktpalette nach der Wende zu verdanken. Zuvor war in der Mühle hauptsächlich Braugerste hergestellt worden. Doch mit dem Reinheitsgebot fürs Bier, das nach dem Beitritt zur Bundesrepublik schlagartig auch für die östlichen Länder galt, sei die Burger Braugerste nicht mehr abgenommen worden. Mit der Futtermittelproduktion wurde das Auskommen der Inhaberfamilien gesichert, erzählt Kümmel. Im Juli des Jahres 1992 wurde dann erstmals wieder eigener Roggen in Burg zu Mehl gemahlen. „Der Backsaatenhandel und der Verkauf von Zucker und Salz kamen dazu“, erzählt Uwe Kümmel. Zwei Jahre später seien der erste Lehrling eingestellt und das erste neue Fahrzeug gekauft worden. „Mit der Buchweizenverarbeitung und der Herstellung von Backmischungen haben wir uns weitere Standbeine schaffen können“, sagt der Mitinhaber. Zur Jahrtausendwende übernahmen die Burger dann ein weiteres Betriebsgelände in Vetschau, „weil in Burg wegen der Kurortentwicklung kein industrieller Neubau möglich war“, erzählt Frank Kümmel. Die Spreewaldmühlen verarbeiteten inzwischen pro Jahr 22 000 Tonnen Getreide „fast ausschließlich aus einheimischer Produktion“. Verkauft würden die Erzeugnisse in ganz Deutschland, aber auch in Polen, Dänemark und Italien. 60 Leute stehen auf der Gehaltsliste. „Gutes Mehl macht gutes Brot“ sei die Devise, berichten die Brüder. Durch die eigene Ausbildung werde für qualifiziertes Personal gesorgt. „Jedes Jahr bilden wir Lehrlinge aus. Viele haben die Chance, im Betrieb zu bleiben.“ Inzwischen gebe es auch einen Mitarbeiter, der ausschließlich für die Qualitätssicherung zuständig sei.