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| 18:57 Uhr

Cottbus
Radtour extrem: Einmal Zugspitze und zurück

FOTO: Jakob Wegner
Cottbus. Zwei Neuntklässler aus Cottbus suchten die Herausforderung und radelten in die Alpen. Von Josephine Japke

Zwölf Tage, 1400 Kilometer, fast 3000 Höhenmeter. „Einmal Zugspitze und zurück“ hieß es für Albert Pohl und Jakob Wegner. Im Rahmen des Projektes „Herausforderung“ legten die Neuntklässler die Strecke allerdings nicht mit dem Auto zurück, sondern mit dem Fahrrad und berichteten darüber in der RUNDSCHAU. Seit Kurzem sind sie wieder da und um einiges an Erfahrung reicher.

„Es war schon verrückt, dass wir das gemacht haben. Es war nicht nur sportlich anstrengend, sondern auch die Planung und Rechnerei kostete viel Energie“, zieht Albert eine erste Bilanz. Das Projekt „Herausforderung“ wurde vor zwei Jahren in den Rahmenlehrplan des Evangelischen Gymnasiums Cottbus aufgenommen. Anstelle eines Praktikums können sich Neuntklässler eine körperliche und sportliche Herausforderung suchen, die sie innerhalb von zwei Wochen meistern können.

„Eigentlich wollten wir nach Venedig fahren,aber das war uns dann doch zu weit“, sagt Jakob schmunzelnd und gibt zu, dass seine Mutter von der Idee nicht begeistert war. „Sie war total überrumpelt und hat alles hinterfragt. Am Ende hat sie aber von zu Hause aus viel geholfen und uns voll und ganz unterstützt“, erklärt er. Ähnlich sah das auch bei Albert aus: „Meine Mama stand dem Ganzen eher ablehnend gegenüber, weil wir anfangs ja auch den Betreuer nicht kannten und da sonst was passieren kann.“ Davon ließen sich die Jungs aber nicht bremsen.

FOTO: Albert Pohl

100 Euro hatten die dreiköpfige Reisegruppe pro Person zur Verfügung. Da blieb kein Geld, um am Ende jeder anstrengenden Tagesetappe im Hotel einzukehren. „Der Plan war, dass wir also jeden Abend kostenlos bei Privatpersonen unterkommen, für die wir im Gegenzug arbeiten“, erklärt Jakob.

Schon lange vor der Beginn der Reise nahmen die beiden Schüler des Evangelischen Gymnasiums Cottbus deshalb Kontakt mit Kirchengemeinden entlang ihrer Route auf. Radelten sie also nicht gerade 120 Kilometer am Tag, bauten sie Regale in einer sächsischen Grundschule auf oder halfen in einer Münchner Gärtnerei aus. „Wir haben zwar auch ein paar Absagen bekommen, aber insgesamt waren die Leute sehr nett und hilfsbereit und haben uns oftmals neben der Unterkunft auch gratis Essen zur Verfügung gestellt“, sagt Albert.

Mehr als 400 Kilometer radelte die Reisegruppe tatsächlich. Einen großen Teil der Strecke legten sie allerdings mit einem Fernbus zurück. Auch, weil sie die bergige Landschaft unterschätzt haben und zu schwer beladen waren. „Albert und ich hatten gar nicht so viel dabei, aber unser Betreuer schon, weshalb es für ihn noch anstrengender war“, sagt Jakob. Von Zwickau ging es also mit dem Bus nach München und von dort aus entlang der Isar weiter mit dem Fahrrad Richtung Berge.

FOTO: Albert Pohl

„Wir haben Pausen gemacht an Aussichtspunkten, Hochalmen und Wasserfällen“, zählt Albert auf. Mit der Zugspitzen-Seilbahn ging es innerhalb von sechs Minuten 2000 Meter in die Höhe. 20 Grad Celsius Temperaturunterschied schreckten die Jungs aber nicht davon ab auch noch die letzten paar Meter von der Aussichtsplattform zum Gipfelkreuz zurück zu legen, mit Japanern zu rodeln und eine Schneeballschlacht anzuzetteln.

Geschafft, im doppelten Sinn. „Aber für diese Aussicht und das Gefühl hat sich die Anstrengung gelohnt“, sagt Albert, der in diesem Jahr mit seiner Familie nochmal zur Zugspitze fährt - dann aber mit dem Auto.

Hier lesen Sie das Reisetagebuch der beiden.

FOTO: Jakob Wegner