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| 19:41 Uhr

Burg
Eine neue poetische Sprache

Dieses Bild von Mina Witkojc entstand 1962 in Burg.
Dieses Bild von Mina Witkojc entstand 1962 in Burg. FOTO: erich schutt
Burg. Eine Sonderschau in der Heimatstube Burg widmet sich der Dichterin Mina Witkojc.

(jul) Eine bemerkenswerte Ausstellung ist diese Woche in der Burger Heimatstube eröffnet worden: Sie ist dem Leben der wendischen Dichterin und Publizistin Mina Witkojc gewidmet. Am 28. Mai jährt sich der Geburtstag der Burgerin zum 125. Mal. Unter anderem die Schule und die Bibliothek des Kurortes tragen den Namen dieser bedeutenden Burgerin. In der Sonderschau sind neben bekannten im Archiv befindlichen Materialien des kleinen Museums auch völlig unbekannte, jetzt erst entdeckte Erinnerungsstücke von Mina Witkojc zu sehen.

„Nachfahren der Schwester von Mina Witkojc haben sich in der Heimatstube gemeldet. Anna hatte den Tschechen Karl Teply geheiratet und mit ihm in die Nähe von Varnsdorf gezogen. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen. Enkelin Daniela Edelmann hat jetzt das Haus der Großeltern aufgeräumt und hat auf dem Dachboden Nachlassstücke von Mina entdeckt. Briefe, Bücher, Fotos, Schallplatten hat sie uns für die Ausstellung übergeben“, erklärte Bärbel Schubert, Leiterin der Heimatstube in Anwesenheit der Spenderin in dieser Woche bei der Ausstellungseröffnung. Die Museumschefin spricht von einem interessanten Puzzle, was sich für sie aus dem Material ergeben hat. Darunter befand sich auch eine rote Mappe mit Witkojc-Werken, die der Burger Lehrer Benno Pötschke mit seinen Schülern zusammengestellt hatte und der Dichterin zum 80. Geburtstag schenkte.

Bei der feierlichen Eröffnung berichtete der Witkojc-Kenner Peter Jannasch aus dem Leben der Burger Kämpferin für die wendische Sprache. Sehr anschaulich stellte der 85-jährige dar, wie Mina Witkojc Zeit ihres Lebens für ihre Muttersprache kämpfte unabhängig von den unterschiedlichen politischen Systemen, in den sie lebte. Er würdigte sie als Schöpferin der modernen poetischen wendischen Sprache. Jannasch erzählte von ihrer Zeit als Chefredakteurin vom „Casnik“ und von ihrem Einfluss auf das Erscheinungsbild dieser Zeitung: Sie entstaubte den kaiserlichen wendischen Journalismus, begründete einen modernen Journalismus der Wenden“. Jannasch machte zudem deutlich: Der Kampf von Mina Witkojc für den Erhalt der wendischen Sprache ist gar nicht hoch genug zu bewerten“. In der Ausstellung ist zu sehen, was die Frau alles für den Erhalt von Sprache und Tradition geleistet hat. Ihr Geist wehte auch durch die 90minütige Eröffnungsveranstaltung: Ihre Kompositionen erklangen, Burger Schüler der 5. und 6. Klasse sagten Gedichte von ihr in Wendisch auf und Bärbel Schubert stellte fest: „Unsere Heimatstube ist, was Mina Witkojc am Ende ihres Lebens , sie ist 1975 im Pflegeheim in Papitz gestorben, wollte: Ein Museum wollte sie noch einrichten“. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten besichtigt werden. Von Mittwoch bis Sonntag ist die Schau am Spreewaldhafen jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Heimatstubenchefin bedankt sich bei Witkojc-Enkelin Daniela Edelmann.
Die Heimatstubenchefin bedankt sich bei Witkojc-Enkelin Daniela Edelmann. FOTO: Marion Hirche