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| 10:21 Uhr

Messerstecherei: Was wir wissen - was wir nicht wissen

FOTO: dpa
Cottbus. Der Junggessellenabschied der am vorigen Wochenende in Cottbus mit einer Messerstecherei endete, hat für viele Diskussionen in der Stadt gesorgt. Nun sind erste Tatverdächtige ermittelt. Aber was wissen wir wirklich über den Fall? Eine Übersicht: bob

Was wird wissen:

Tathergang: "Während eines Junggesellenabschieds lief am Samstagabend, dem 20. Mai 2017, eine Gruppe von zirka einem Dutzend junger Männer mit einem Bollerwagen durch die Cottbuser Innenstadt. Auf der Karl-Liebknecht-Straße trafen sie nach dem bisherigen Ermittlungsstand auf mehrere junge syrische Männer. Zwischen beiden Gruppen kam es zu verbalen Pöbeleien, die in der Folge zu einer handfesten Auseinandersetzung eskalierte." So teilte es die Polizei am folgenden Tag mit.

Verletzungen: Laut Polizeiangaben wurden "fünf deutsche Männer im Alter von 28 bis 33 Jahren" mit "Schnitt- und Stichverletzungen im Bereich von Gesicht und Oberkörper" ins Krankenhaus gebracht. Zwei von ihnen blieben bis zum Montag zur Behandlung im CTK. Am Mittwoch berichtete die Staatsanwaltschaft, dass zwei Tatverdächtige Syrer ermittelt und zur Tat befragt wurden. Auch sie wiesen offenbar Verletzungen auf.

Ermittlungen: Die Kriminalpolizei ist weiter intensiv mit dem Fall beschäftigt. Zahlreiche Zeugen wurden gehört, darunter auch zwei verdächtigte syrische Jugendliche. "Wir haben es hier mit einem komplexen Sachverhalt mit zahlreichen Beteiligten zu tun", sagt Staatsanwalt Nothbaum. Die Polizei sei bemüht, den Sachverhalt aufzuklären und den Beteiligten mögliche strafbare Handlungen zuzuordnen.

Reaktionen: Trotz teils unklarer Faktenlage nutzen einige Rassisten im Internet die Geschehnissen für ihre Propaganda aus. Wüste Geschichte wie "Syrer stechen fünf Deutsche nieder" oder "Arabermob zerschneidet 5 Deutschen bei Junggesellenfeier die Gesichter" kursieren im Netz. Die NPD wollte die Stimmung mit einer Mahnwache am Mittwochabend für sich nutzen. Es kamen allerdings laut Polizei-Angaben nur 40 Teilnehmer.

Was wir nicht wissen:

Tathergang: Die von der Polizei ermittelten syrischen Jugendlichen stellen den Abend laut Staatsanwaltschaft anders dar. Sie seien ihrerseits aus der Gruppe der Deutschen angepöbelt und verletzt worden. Welche Version stimmt, müssen nun Polizei und Staatsanwaltschaft klären.

Beteiligte: Auf der einen Seite spricht die Polizei von einem Dutzend Teilnehmern des Junggesellenabschieds. Auf der anderen Seite war zunächst von etwa fünf Personen die Rede. Zwei Syrer wurden jetzt laut Staatsanwaltschaft ermittelt. Da beide nicht volljährig sind, machte die Behörde keine weiteren Angaben.

Schwere der Verletzungen: Wie schwerwiegend die Verletzungen der beteilgten Deutschen wie Syrer war, teilten die Ermittler nicht mit. "Die erlittenen Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich", hieß es lediglich in einer Polizeimeldung.