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| 18:47 Uhr

Große Betroffenheit
Angriff schockiert Arbeitsagentur

 Ein Mann attackierte eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Cotbtus mit einem Messer.
Ein Mann attackierte eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Cotbtus mit einem Messer. FOTO: dpa / Jens Kalaene
Cottbus. Nach der Messer-Attacke eines Mannes auf eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Cottbus zeigt sich die Arbeitsagentur und die Stadt schockiert. Eine Entscheidung über einen Haftantrag fällt am Samstag. Von Peggy Kompalla

Am Montag werden die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in Cottbus nur mit großem Unbehagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Schließlich ist am Freitag eine 36 Jahre alte Kollegin des Jobcenters von einem Mann mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Ein solch brutaler Angriff sei bislang beispiellos. Das versichert Geschäftsführerin Marion Richter. Dabei sind die Mitarbeiter einiges gewohnt.

Laut werde es des Öfteren in den Büros der Agentur. „Das hat nach unserer Wahrnehmung zugenommen“, wie Marion Richter erklärt. Deshalb gehöre eine Deeskalationsschulung zum Rüstzeug aller Mitarbeiter.

Das Gespräch artete aus

Am Freitag hat das nicht geholfen. Ein 38 Jahre alter Cottbuser war ohne Termin ins Jobcenter gekommen. Eine Mitarbeiterin kümmerte sich in ihrem Büro um das Anliegen des Mannes. Das Gespräch artete allerdings in Streit aus. In dessen Folge zog der Mann ein Messer, stach zu und verletzte die 36-Jährige. Eine Kollegin bemerkte die gefährliche Situation und eilte zu Hilfe. Unterdessen betätigte jemand den hausinternen Notruf, der auf den Bildschirmen aller Mitarbeiter erschien. Der Sicherheitsdienst schritt sofort ein und konnte den Mann überwältigen, ohne dass weitere Personen Verletzungen davontrugen. „Die Polizei war schnell da. Das hat gut geklappt“, sagte die Geschäftsführerin. Um 11.20 Uhr waren die Beamten alarmiert worden. Sie nahmen den Mann fest.

Die beiden Frauen kamen zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus. Dort informierte sich auch die Stadtspitze über das Befinden der beiden. Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) erklärte: „Wir verurteilen die Attacke auf das Schärfste. Unsere Zuwendung gilt zuallererst den beiden Geschädigten, denen wir baldige und vollständige Genesung wünschen.“ Sie versicherte, dass alles dafür getan werde, um die Frauen zu betreuen und den Mitarbeitern des Jobcenters beizustehen. Sie betonte: „Gewalt, welcher Art auch immer, ist nicht zu tolerieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen verletzt werden, die sich um Belange der Bürger kümmern.“

Große Betroffenheit

Geschäftsführerin Marion Richter erklärte: „Die Betroffenheit ist sehr groß.“ Alle Mitarbeiter der Agentur erhielten demnach noch am Freitag psychologischen Beistand – sowohl vom ärztlichen Dienst als auch einem Interventionsteam der Polizei. Das Angebot werde es auch in den kommenden Tagen und Wochen geben, versicherte sie.

Der Stadt zufolge ist derzeit nicht absehbar, welche Konsequenzen der Angriff für die Sicherheitsvorkehrungen in den Verwaltungsgebäuden beziehungsweise im Jobcenter hat. Ebenfalls am Freitagvormittag kam es zu einem gewaltsamen Vorfall in der Zulassungsstelle der Stadtverwaltung, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt. Dabei schrie ein Mann Mitarbeiter an und trat gegen technisches Gerät, das dabei zu Bruch ging. Der Sicherheitsdienst löste die Situation. Es kam niemand zu Schaden.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln nun im Fall der Messerattacke. Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft am Samstagnachmittag noch einmal befragt werden. Danach werde über einen Haftantrag entschieden.