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| 15:23 Uhr

Mitarbeiterin verletzt
Messerangriff im Cottbuser Jobcenter

 Mit mehreren Polizei- und Rettungswagen eilten Helfer am Mittag zur Arbeitsagentur in der Bahnhofstraße.
Mit mehreren Polizei- und Rettungswagen eilten Helfer am Mittag zur Arbeitsagentur in der Bahnhofstraße. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Großalarm im Cottbuser Jobcenter: Mit einem Messer hat ein Mann (38) am Freitagmittag eine Mitarbeiterin angegriffen. Es war nicht die erste Attacke in einem Jobcenter. Von Bodo Baumert

Aufregung am Freitagmittag vor der Arbeitsagentur in Cottbus. Gegen 11.20 Uhr wurden Polizei und Rettungsdienst alarmiert, Grund war eine Attacke auf eine Mitarbeiterin der Agentur.

Der 38-jährige Angreifer, ein Mann aus Cottbus, habe die 36-jährige Mitarbeiterin zunächst bedroht und in der Folge mit einem Messer verletzt. Das bestätigte die Polizei am Mittag. Die Frau wurde mit „nicht lebensbedrohlichen Verletzungen“, so die Polizei zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht.

„Darüber hinaus hatte eine 29-jährige Kollegin der angegriffenen Frau bei dem Versuch, ihr beizustehen, einen Schock erlitten, der ebenfalls medizinisch zu versorgen war“, so Polizeisprecher Lutz Miersch.

Der Angreifer wurde zunächst vom Sicherheitspersonal überwältigt, bevor er durch Polizeibeamte festgenommen werden konnte. Die weiteren Ermittlungen führen nun die Staatsanwaltschaft Cottbus und die Kriminalpolizei.

Die Cottbuser Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) verurteilt die Attacke aufs Schärfste. „Unsere Zuwendung gilt zu allererst den beiden Geschädigten.“ Es werde alles dafür getan, um ihnen beizustehen. Zschopp weiter: „Gewalt, welcher Art auch immer, ist nicht zu tolerieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen verletzt werden, die sich um Belange der Bürgerinnen und Bürger respektive der Kunden kümmern.“

Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe und der Beigeordnete Dr. Markus Niggemann besuchten die Geschädigten am Freitagnachmittag im Krankenhaus.

Ob jetzt weitere Sicherheitsvorkehrungen in den Verwaltungsgebäuden bzw. im Jobcenter getroffen werden, ist derzeit nicht absehbar.

Immer wieder Angriffe in Arbeitsagenturen

Es war nicht der erste Angriff in einem Jobcenter. Im März hatte ein Mann (38) mit einem Messer drei Mitarbeiter eines Jobcenters im bayerischen Bayreuth verletzt.Im vergangenen November war ein psychisch kranker Mann verurteilt worden, der im Dezember 2017 in Hattingen (Nordrhein-Westfalen) einen Sachbearbeiter im Jobcenter mit einem Küchenmesser angegriffen hatte.

Im Januar vergangen Jahres verlor ein 39-Jähriger in einem Jobcenter im baden-württembergischen Konstanz die Nerven: Er bedrohte eine Mitarbeiterin mit einem Messer, stieß mit dem Fuß einen Stuhl um und verschwand.

Aus Verärgerung über ein Gutachten erstach 2014 in Rothenburg ob der Tauber (Bayern) ein Mann im Büro der Arbeitsvermittlerin einen Jobcenter-Gutachter. Im niederrheinischen Neuss wurde 2012 eine Mitarbeiterin mit einem Fleischermesser getötet, weil der Täter dem Jobcenter illegalen Handel mit seinen persönlichen Daten unterstellte.

(mit dpa)