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Cottbus
Merzdorfer fordern mehr Kontrollen in ihrem Wald

Cottbus. Nach dem Ärger um unangekündigte Forstarbeiten wünscht sich der Ortsbeirat eine Reihe von Auflagen. Von Peggy Kompalla

Die Merzdorfer verlangen eine bessere Kontrolle der Arbeiten im Stadtwald in der Hammergrabensiedlung. Das erklärt Ortsvorsteherin Christiane Grandke. Noch bis mindestens Ende des Monats wird das Areal durchforstet. Dabei hatten die Arbeiten, als sie im September ohne Ankündigung begannen, für große Aufregung im Cottbuser Ortsteil gesorgt. Eine Aussprache mit der Stadtverwaltung in der vergangenen Woche sollte Aufklärung über die Vorgänge bringen. Nun gibt es am Freitag noch einen Vor-Ort-Termin mit dem Ortsbeirat.

Der Ärger ist bei Christiane Grandke selbst jetzt noch nicht ganz verraucht. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen“, betont sie. Der Vorfall müsse Konsequenzen haben. Eine rechtzeitige Information an den Ortsbeirat sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Die Merzdorfer mussten sich das im Nachhinein einfordern. Die Ortsvorsteherin präsentiert nun einen ganzen Forderungskatalog in Bezug auf die Waldarbeiten: So sollen die zurückgelassen Stubben ganz abgetragen werden. Für die Waldverjüngung sei ein Verbissschutz notwendig. An entstanden Kahlflächen müsse aufgeforstet werden. Bäume mit einer blauen Kennzeichnung sollen nicht gefällt, sondern nur ihre Kronen gepflegt werden. Der ausgebrachte Schotter müsse wieder entfernt und der zerstörte Damm wieder hergestellt werden.

Wichtig sei bei alledem, dass die Stadt tatsächlich ihrer Kontrollfunktion nachkommt. Sie müsse prüfen, ob die Waldarbeiten ordentlich und den Auflagen entsprechend erledigt werden. Der etwa 80 Jahre alte Stadtwald wird erstmals nach 45 Jahren durchforstet. Ziel ist es dabei dem Umweltamt zufolge, die Eichen freizustellen und der vorhandenen Naturverjüngung genügend Licht und Freiraum zur Entwicklung zu geben. Demnach werden maximal 15 Prozent des Bestandes aus dem Stadtwald entnommen.

Diese Angaben zweifeln die Merzdorfer an. Harald Wilken vom Naturschutzbund hat genau nachgezählt. Seinen Angaben zufolge wurden im September 26 Laubbäume gefällt und im Dezember nochmals 105. Für Christiane Grandke ist klar: „Eine Durchforstung muss künftig viel regelmäßiger stattfinden.“