| 02:33 Uhr

Menschenrechtszentrum ausgezeichnet

Blick in die neue am 10. Dezember beginnende Dauerausstellung im ehemaligen Gefängniskomplex in Cottbus (Brandenburg) am 27.11.2013. Die Ausstellung trägt den Titel „Karierte Wolken - Politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 bis 1989“. Projektträger der Gedenk-, Bildungs- und Begegnungsstätte im historischen Gefängniskomplex ist der Verein Menschenrechtszentrum Cottbus, den Ex-Gefangene im Oktober 2007 gegründet hatten. Bereits während der Nazizeit saßen hier politische Häftlinge ein. Ende der 1980er Jahre waren in Cottbus etwa 80 Prozent der Häftlinge aus politischen Gründen eingesperrt, oft wegen "versuchter Republikflucht" aus der DDR
Blick in die neue am 10. Dezember beginnende Dauerausstellung im ehemaligen Gefängniskomplex in Cottbus (Brandenburg) am 27.11.2013. Die Ausstellung trägt den Titel „Karierte Wolken - Politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 bis 1989“. Projektträger der Gedenk-, Bildungs- und Begegnungsstätte im historischen Gefängniskomplex ist der Verein Menschenrechtszentrum Cottbus, den Ex-Gefangene im Oktober 2007 gegründet hatten. Bereits während der Nazizeit saßen hier politische Häftlinge ein. Ende der 1980er Jahre waren in Cottbus etwa 80 Prozent der Häftlinge aus politischen Gründen eingesperrt, oft wegen "versuchter Republikflucht" aus der DDR FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Cottbus. Der Verein "Menschenrechtszentrum Cottbus" wird mit dem Sonderpreis des "Hohenschönhausen-Preises 2014" geehrt. Die Jury zeichnet den Verein für seine Bemühungen aus, in dem größten DDR-Gefängnis für politische Gefangene eine Gedenkstätte zu schaffen. red/nn

In einer bundesweit einmaligen Initiative haben ehemalige DDR-Häftlinge ihre leer stehende Haftanstalt gekauft und aus eigener Kraft darin eine professionelle Dauerausstellung über politische Haft im Zuchthaus Cottbus errichtet, heißt es in der Begründung.

Da die Finanzierung der Gedenkstätte bislang völlig ungesichert sei, wollte die Jury mit der Verleihung des Sonderpreises auch ein Zeichen setzen, damit die Bundesregierung, das Land Brandenburg und die Stadt Cottbus ihrer Verantwortung für die Erhaltung des Erinnerungsortes gerecht würden, so der Förderverein der Gedenkstätte Hohenschönhausen.

Der Verein "Menschenrechtszentrum Cottbus" hat am gestrigen Dienstag von der Auszeichnung erfahren. "Dies ist eine große Ehre für uns und zeigt uns, dass wir als Verein vorwiegend von ehemaligen politisch Verfolgten und als Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus den richtigen Weg gehen. (…) Wir bedanken uns bei der Jury für die Auszeichnung und hoffen, dass dies seitens des Bundes, des Landes Brandenburg und der Stadt Cottbus als Zeichen dafür verstanden wird, dass im 25. Jahr des Mauerfalls diese einmalige Gedenkstätte nicht im Stich gelassen werden darf", sagte Sylvia Wähling, die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins. Die Gedenkstätte werde zum großen Teil aus Spenden finanziert und lebe vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Bildung und Aufarbeitung der nationalen Geschichte sollen jedoch weiterhin eine staatliche Aufgabe bleiben.

Der Hohenschönhausen-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Der mit 5000 Euro dotierte Hauptpreis geht 2014 an den Schriftsteller Reiner Kunze. Die Preisverleihung findet am 25. November 2014 statt. Die Laudatio hält der Ministerpräsident

des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff. Die Preisträger wurden unter insgesamt 71 Bewerbern ausgewählt.