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| 01:06 Uhr

Mensch oder Mist?

Die erste Reaktion auf den Unmut Kahrener Bürger über die Fliegenplage kam rasch. Schon gestern gab es die amtsärztliche Erklärung, dass nennenswerte Infektionsübertragungen durch Fliegen nicht zu befürchten seien.

Das ist zunächst eine gute, wenn auch für den Laien erstaunliche Nachricht. Zumindest lassen sich Zweifel nachvollziehen, ob es völlig gleichgültig sein soll, wenn die Biester, die mit Vorliebe auf Fäkalien sitzen, anschließend in größeren Geschwadern auf dem Kirschkuchen Platz nehmen.
Das Unbedenklichkeits-Attest mag noch so rasch und professoral fundiert vorliegen - das eigentliche Problem ist damit nicht aus der Welt. In Kahren gibt es in der Nachbarschaft eines Geländes, wo lange Zeit beträchtliche Mengen Mist abgelagert sind, eine Fliegenplage, die nach Überzeugung der Anwohner bei weitem ein Aufkommen an Fliegen übersteigt, das man eben auf dem Lande als normal hinnimmt.
Ob Fliegenmassen „normal“ oder eine Plage sind - das ist letztlich eine Frage der individuellen Toleranz, ähnlich wie etwa bei Lärm oder Gestank. Und wenn es zuviel ist, muss Abhilfe geschaffen werden.
In Kahren ist es jetzt höchste Zeit, die Ursachen der Fliegenplage zu analysieren. Sollte es wirklich daran liegen, dass Mistberge über längere Zeit abgelagert und nicht auf dem Acker verteilt wurden, dürfte die Lösung nicht schwer fallen. Dann sollte Kahrener Bürgern allemal Priorität gegenüber Misthaufen eingeräumt werden.