| 02:33 Uhr

Meisterlich gesungen und gespielt

Die polnische Cellistin Kornelia Szyd{lstrok}o überzeugte mit ihrer perfekten Interpretation der "Ungarischen Rhapsodie" von David Popper.
Die polnische Cellistin Kornelia Szyd{lstrok}o überzeugte mit ihrer perfekten Interpretation der "Ungarischen Rhapsodie" von David Popper. FOTO: Littko/bwh1
Cottbus. Bereits zum 44. Mal haben am vergangenen Wochenende die besten Nachwuchskünstler aus der Region in der Veranstaltungsreihe "Konzert junger Künstler" im Zusammenspiel mit einem Berufsorchester ihre Meisterschaft vorstellen können. Ulrich Littko / bwh1

Das Staatstheater Cottbus bot dafür wiederum Haus und Bühne.

Um es vorweg zu sagen: Auch in diesem Jahr haben alle Solisten des wie gewohnt überlangen "Konzertes junger Künstler" große Reife und künstlerische Meisterschaft gezeigt, unverdient vor einigen leeren Reihen. Schon die Eröffnung durch die jüngste Teilnehmerin, die erst 11-jährige Cellistin Juliette Maulbrich, war ein musikalischer Genuss. Sie brachte das D-Dur-Scherzo des 1858 im holländischen Leiden geborenen Cellisten und Komponisten Daniel von Goens rasant zum Klingen.

Im Folgenden kamen noch zehn weitere Instrumentalisten und zwei Gesangssolisten auf die Bühne des Cottbuser Staatstheaters. Begleitet vom Philharmonischen Orchester unter der überaus prägnanten und schnörkellosen Stabführung des leider scheidenden Kapellmeisters Ivo Hentschel überzeugten die Flötistinnen Lea Backes (Johann Sebastian Bach: Suite h-Moll, BWV 1067) und Nina Janetschek (Allegro aus dem Flötenkonzert op. 29 von Carl Stamitz) mit ihrem technischen Können, Noel Zach interpretierte das bekannte Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan mit musikalischer Frische, Dorothea Reinkensmeier erfreute das Publikum mit dem Allegro-Satz aus dem E-Dur-Violinkonzert von Bach und Lara Brewing brillierte mit ihrem wohlklingenden Bratschenton und dem "Rondo ongarese", op. 35, von Carl Maria von Weber.

Als einziges Duo des Abends stellten sich die 18-jährige Bratscherin Clara Last und der gleichaltrige Klarinettist David Harlander mit dem Eröffnungssatz aus dem Doppelkonzert von Max Bruch vor. Harmonisch im Wechselspiel, gut abgestimmt im Miteinander, haben auch sie das Publikum begeistern können.

Eine schwierige musikalische Aufgabe hatte sich Lukas Siering mit den ersten beiden Sätzen aus dem Hornkonzert op. 11 von Richard Strauss gestellt. Dieses, auch von Profis als anspruchsvoll bezeichnete Werk, ist durch seine Interpretation an diesem Abend lebendig geworden.

Auch in diesem Jahr haben wieder polnische Gäste das Programm bereichert. Wie der erst 12-jährige Miko{lstrok}aj Górny auf seiner 7/8-Geige den 1. Satz aus dem bekannten Violinkonzert von Max Bruch zauberte, war eine wahre Freude. Das Publikum war ebenso überzeugt von seiner großartigen Leistung wie von der emotional und künstlerisch perfekten Interpretation der "Ungarischen Rhapsodie" von David Popper durch die 14-jährige Kornelia Szyd{lstrok}o auf ihrem in allen Registern wunderschön ausgeglichen klingenden Cello.

Das Konzert wäre unvollständig, träten nicht auch Gesangssolisten auf. Ye June Park stellte seinen warmen Bariton mit der Händel-Arie "Dove sei, amato bene" vor und Elisabeth Wrede (Mezzosopran) ließ die Dorabella-Arie aus Mozarts "Cosi fan tutte" keck und gekonnt erklingen. Zum Abschluss stand die Ouvertüre aus Händels "Feuerwerksmusik", gemeinsam mit Schülern des Cottbuser Konservatoriums musiziert, auf dem Programm.