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| 12:09 Uhr

Übrigens
Sprachfreunde und Text-Aufräumer

Oliver Haustein-Teßmer
Oliver Haustein-Teßmer FOTO: Sebastian Schubert / LR
Cottbus. Deutsche Sprache ist eine schwierige Angelegenheit - auch für Chefredakteure beziehungsweise vorsitzende Text-Aufräumer. Der Autor hat seine Lektion darüber gerade beim Besuch der Cottbuser Sprachfreunde vom Verein Deutsche Sprache gelernt. Von Oliver Haustein-Teßmer

Neulich haben sie mich erwischt. Beim Verhunzen. In meinem E-Mail-Newsletter an die Leser (auf www.lr-online.de kostenlos bestellen!) habe ich vom Redaktions-Newsroom geschrieben. Frank Lyttko antwortete: „Ich dachte, Sie bevorzugen die Sprache Ihrer Leser.“

Lyttko gehört zu den Sprachfreunden Cottbus im Verein Deutsche Sprache. Jeden letzten Mittwoch im Monat tagen sie um 18 Uhr im Hotel Zur Sonne. Ende Februar habe ich dort gelernt, dass Menschen begeistert Sprache pflegen. Die finden, dass Backshop auch Bäckerladen oder Sale eher Schlussverkauf heißen könnte. Und die meinen, dass die Redakteure sorgfältiger mit der deutschen Sprache umgehen und dabei Lehnwörter, vor allem englische, vermeiden sollten.

Redakteur kommt ja aus dem Französischen, hat lateinische Wurzeln und bezeichnet den, der Texte aufräumt. Also, räumen wir auf. Ob ich künftig statt Newsletters Rundbriefe per E-Post versende? Ich glaube nicht. Aber Nachrichtenredaktion statt Newsroom zu schreiben, ist besser, liebe Sprachfreunde.