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Übrigens
Trinken, getrinkt, getrunktet

Daniel Schauff
Daniel Schauff FOTO: Sebastian Schubert / LR

Eine aufmerksame Leserin schrieb mir aufgrund des Wörtchens „gewunken“, das ich in einem meiner Artikel gebraucht hatte. Die Leserin zitierte Herrn Moritz Gottlieb Saphir, der im 19. Jahrhundert den offenbar häufigen Fehler in einem Gedicht verarbeitet hatte. Das Gedicht kannte ich, auch, dass es eigentlich „gewinkt“ hätte heißen müssen. Ich war schon ein wenig peinlich berührt ob des offensichtlichen Fehlers. Trotzdem konsultierte ich den Duden, der „gewunken“ – unglaublich, aber wahr – tatsächlich zulässt, wenn auch nur umgangssprachlich. Allerdings hatte der Duden auch mal „Anschovis“ oder „Majonäse“ als zulässig beschrieben. Insofern: Beim nächsten Mal doch lieber wieder „gewinkt“, mit Saphirs reimenden Worten im Hinterkopf: „geblunken“, „getrinkt“, „gehunken“, „gesinkt“, „abgewunken“, „zugeklunken“.