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Übrigens
Sie waren doch auch einkaufen

Na? Wann waren Sie denn? Donnerstag oder Samstag? Oder an beiden Tagen? Man hat in der Tat ein bisschen das Gefühl, die ganze Welt rüste sich für Warenknappheit über Wochen, wenn man vor Feiertagen den Supermarkt betritt.

Da schlendern sie, die Familien, Mama und Papa Hand in Hand, Kinder im Kinderwagen oder auf Freilauf in der Süßwarenabteilung. Mama erklärt der Kleinen, warum sie keinen fünften Schokohasen haben darf, während Papa mit dem Nachbarn – zufällig bei den Wurstwaren getroffen – über die aktuellsten Fußballergebnisse philosophiert. Es grenzt an eine Unmöglichkeit, den eigenen Einkaufswagen durch die vollen Gänge zu fahren, ohne dabei Schokohasen, Wurstwaren, Alkoholika oder das Weinregal umzustoßen. Im Hintergrund – irgendwo – läuft Musik. Die soll offenbar entspannen, ist eine Art Fahrstuhlmusik. Allerdings ist einem in der Situation viel eher nach Heavy Metal zumute, das würde wenigstens die Stimmung widerspiegeln. Und gerade, als ich mich über den nächsten Einkaufswagen-Geisterfahrer aufregen wollte, wurde mir bewusst: Auch ich hatte es nicht geschafft, einen Tag zuvor alles zu besorgen. Auch ich war einer dieser Einkaufswagen-Geisterfahrer. Auch ich würde mich vermutlich bei den Wurstwaren unterhalten, träfe ich denn meinen Nachbarn. Insofern: Bloß nicht aufregen.

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