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Übrigens
Merkwürdiges Steckenpferd

Jan Selmons
Jan Selmons FOTO: Sebastian Schubert / LR

Mancher Mensch reitet ein merkwürdiges Steckenpferd. Zu beobachten ist das n Cottbuser Parks und Wiesen. Wenn Menschen mit einem Besen zwischen den Beinen über das Gras rennen, sind das selten verirrte Raumpfleger – das ist moderner Sport. Quidditch, angelehnt an den Besensport der Harry-Potter-Romane, wird zum Trendsport. Es gibt schon Weltmeisterschaften und einen nationalen Quidditch-Verband. Klingt merkwürdig? Ist es auch. Doch Vorsicht bei sportlichen Merkwürdigkeiten aus dem Reich der Briten. Deutsche Turner machten sich Anfang des 20. Jahrhunderts noch über die britische „Fußlümmellei“ lustig. Heute glotzt die Nation jeden Samstag gebannt auf die Ergebnisse der Bundesliga. Also besser mit dem Trend gehen: Der moderne Sportler sollte schon mal lernen, den Schnatz in der Socke zu verstecken und damit Sprints üben – mit einem Stecken zwischen den Beinen. Denn die „Sucher“ sind rabiat, weil das Spiel auch Anleihen vom Rugby nimmt. Doch nicht vergessen: Muggel – Menschen ohne Zauberkraft – sollten beim Spiel besser am Boden bleiben. Jan Selmons