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| 16:19 Uhr

Dialog
Lieber skandieren als argumentieren

Daniel Schauff
Daniel Schauff FOTO: Sebastian Schubert / LR
Da saßen sie – die Stadtspitze und das Stadtparlament. Redebereit. Spät, aber immerhin. Und sie saßen fast ausschließlich vor denen, die ihnen den Rücken stärken, Cottbusern, denen das Schicksal der Geflüchteten nicht egal ist.

Eine Handvoll Asylkritiker hatte sich ins Stadthaus zum offenen Dialog eingefunden, vom Verein „Zukunft Heimat“ kaum eine Spur. Klar, die, die nicht aus Cottbus kommen, waren nicht zugelassen, die Cottbuser wollen ihr Problem unter sich lösen. Das ist verständlich, Spreewälder, Dresdner, Berliner würden auch nicht wollen, dass Cottbuser ihnen zeigen, wie’s geht. Dass „Zukunft Heimat“ in Cottbus eine Menge Fans hat, ist unumstritten, warum sie im Stadthaus nicht zum Dialog erschienen waren, lässt sich nur vermuten. Möglichkeit eins: Sie wollen gar keinen Dialog, sind zur Problemlösung nicht bereit und machen ihrem Ärger lieber in der Masse mit lauten Parolen Luft. Möglichkeit zwei: Sie sind den Argumenten der Verwaltung und der Stadtpolitik nicht gewachsen. Denn so ein Dialog fordert Argumentations- und Diskussionsstärke. Um auf der Straße „Grenzen ziehen“ zu skandieren, braucht es weder das eine noch das andere.