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| 12:51 Uhr

Flüchtlingsdebatte
Keine falschen Hoffnungen wecken

Andrea Hilscher
Andrea Hilscher FOTO: LR / Sebastian Schubert
Es ist gut, dass geredet wird. Über Wege der Integration, über Lösungsansätze, über offenkundige Probleme. Viel zu lange wurde dieses Thema Gruppierungen am rechten Rand überlassen, die aus den Ängsten der Menschen Kapital schlagen.

Jetzt aber muss Ehrlichkeit das oberste Prinzip des beginnenden Dialogs sein. Wer, wie die CDU, von vornherein „Wirtschaftsfüchtlinge“ abschrecken will, erschwert einen differenzierten Blick auf Flucht- und Migrationsursachen. Wer „behördenübergreifende Ermittlungsgruppen“ fordert, um Gewaltkriminalität schneller aufzuklären, suggeriert eine generell höherer Gewaltbereitschaft bei Ausländern bei gleichzeitig niedriger Aufklärungsquote. Beides ist falsch und nährt Vorurteile, die die guten Integrationsleistungen aller Beteiligten torpedieren. Existierende Probleme müssen gleichwohl benannt und ihren Ursachen angegangen werden. Der Bedarf nach mehr Juristen, mehr Polizisten, mehr Lehrern und mehr Sonderpädagogen ist der eine Teil der Wahrheit. Immer mitzudenken und vor allem mitzusagen, ist der zweite Teil: die schon heute bestehenden Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen. Falsche Hoffnungen zu wecken, wäre fatal. Besser ist, nach realistischen Problemlösungen zu suchen und sie dann zielgerichtet bei den zuständigen Stellen auf kommunaler, auf Landes- und auf Bundesebene einzufordern – auch dort, wo die eigene Partei in der Verantwortung steht.