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Übrigens
Drei Worte an der Mauer

Peggy Kompalla
Peggy Kompalla FOTO: Sebastian Schubert / LR

Graffiti sind keine neue Erfindung. Selbst solche Schöngeister wie der englische Dichter Lord Byron oder Fürst Pückler hinterließen ihre Namenszüge an fremden Mauern. Der eine im französischen Cha­teau de Chillon, der andere gleich an elf archäologischen Stätten im Sudan und in Ägypten. Diese Kratzspuren sind heutzutage sogar kulturhistorisch wertvoll. In modernen Zeiten wird lieber zur Farbe gegriffen. Auch für Banksy ist das das bevorzugte Arbeitsmaterial. Er hat seine Gesellschaftskritik längst zur Kunst erhoben. Der geheimnisumwitterte britische Künstler ist weit über seiner Heimatstadt Bristol hinaus aktiv. Jedes seiner Graffiti wird weltweit in den Feuilletons gefeiert. Selbst Immobilienbesitzer haben nichts gegen Banksy einzuwenden, werden sie doch über Nacht Millionäre mit einem Werk des Briten an der Wand. In Cottbus hat Banksy bislang noch keine Kommentare zum Weltgeschehen hinterlassen. Dafür steht seit Jahren der kluge Satz eines Unbekannten an der Mauer am Käthe-Kollwitz-Ufer. „Bald ist Wochenende.“ Drei Worte. So viel Sehnsucht.