| 02:33 Uhr

"Mein Heimatort – mein Zuhause"

Die Kinder mit einem Modell der Kirche bei der Woklapnica in Werben.
Die Kinder mit einem Modell der Kirche bei der Woklapnica in Werben. FOTO: Marion Hirche
Werben. 170 Werbener wollten es sich nicht nehmen lassen, Neues über ihren Ort zu erfahren und folgten deshalb der Einladung zur Woklapnica, der traditionellen Einwohnerversammlung zum Jahresauftakt. Zu Beginn erlebten sie eine interessante Vorstellung ihres Dorfes aus Sicht der Werbener Hortkinder. Marion Hirche / jul1

Kitaleiterin Elvira Städter stellte zum Auftakt ihre Einrichtung vor: Zurzeit werden in der Kita "Pusteblume" 134 Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder von 14 Mitarbeitern betreut. Da eine Vielzahl von Krippenkindern in den nächsten Wochen erwartet werden, ist geplant, dass die Hortkinder ab April aus Platzgründen in die seit Jahren leer stehende Werbener Schule umziehen. Die Vorbereitungen der Räumlichkeiten laufen derzeit. Dafür gab es vom Publikum spontanen Applaus, zumal das ursprüngliche Vorhaben der Gemeinde, das Gebäude zu verkaufen, rückgängig gemacht wurde. Danach hatten die Kinder das Wort. Mit Bildern berichteten sie von ihrem Sommerprojekt "Mein Heimatort - mein Zuhause". Dabei entdeckten die 6- bis 10-Jährigen viel Neues in ihrem Ort und in der Umgebung, besuchten auch die LAUSITZER RUNDSCHAU. Zudem haben sie ein Modell der Werbener Kirche gebaut, die bei der Woklapnica enthüllt wurde.

Bürgermeister Joachim Dieke berichtete über die Erfolge des vergangenen Jahres und machte auf Probleme aufmerksam. Lobend erwähnte er die Entscheidung für das Gutshaus, das jetzt rege genutzt wird, berichtete von der Dorftheaterpremiere zur Seniorenweihnachtsfeier. Als Vorhaben für 2016 erklärte er, dass die Jugend des Ortes durch die erneute Schulnutzung wieder Klubräume bekommt. Er regte die Schaffung eines Bücherraumes in der Schule an. In Zusammenhang mit dem innerörtlichen Straßenbau betonte er die Priorität der Hintergasse an. Die Zuhörer erfuhren, dass im Sommer die Ortsdurchfahrt erneuert wird. Der Park Seydlitz soll so hergerichtet werden, dass hier Aktivitäten der Gemeinde und der Vereine stattfinden können. Sogar der Bau einer kleinen Bühne ist angedacht. Mit Bildern berichtete der Bürgermeister auch vom Bau der "Sportplatzguste" durch Schüler, die sich als Spielgerät großer Beliebtheit erfreute. Er bedankte sich für die Aktivitäten des Sportvereins, lobte die Feuerwehr, die 2015 50 Einsätze bewältigte. Dieke sprach die dringend notwendigen Infrastrukturmaßnahmen an, die auf Grund der mangelnden Finanzen nicht möglich sind und appellierte eindringlich an alle, auf mehr Sauberkeit im Ort zu achten: "Graffitis, Vandalismus und illegal entsorgter Müll - das kostet uns jedes Jahr viel Geld, so war es auch 2015". In der anschließenden Diskussion unterstrich der Werbener Jugendchef Patrick Dommaschenz mit einem eindringlichen Appell den Wunsch seines Bürgermeisters: " Unsere Jugend will wieder ein Osterfeuer machen. Allerdings können wir es nicht durchführen, wenn es wieder Leute gibt, die hier vorher ihren Müll auf dem Feuerplatz entsorgen."

Werben gehört zu den wenigen Gemeinden mit Einwohnerzuwachs: "Zum zweiten Mal hintereinander ist die Einwohnerzahl in Werben gestiegen. Waren es im vergangenen Jahr noch mehr Geburten als Sterbefälle sind es dieses Jahr die Zuzüge. Es sind 77 Personen zugezogen und 67 weggezogen. Es gab 14 Geburten und 16 Sterbefälle." Damit dieser Aufwärtstrend anhält, plant die Gemeindevertretung eine Ergänzungssatzung, um mehr Baugrundstücke anbieten zu können.