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| 12:57 Uhr

RUNDSCHAU-Umfrage
Mehrheit der Lausitzer gegen Tempolimit auf A13

 Schlimme Unfälle wie diesen im Juni 2018 gibt es immer wieder auf der A13. Die Polizei will nun mit einem Tempolimit dagegen vorgehen.
Schlimme Unfälle wie diesen im Juni 2018 gibt es immer wieder auf der A13. Die Polizei will nun mit einem Tempolimit dagegen vorgehen. FOTO: dpa / Tnn
Cottbus. Polizei und Landesregierung wollen ein Tempolimit auf der A13 einführen. Grund sind die anhaltend hohen Unfallzahlen. In der Lausitz kommt das nicht gut an. Von Bodo Baumert

Über 1100 Stimmabgaben bei einer Online-Umfrage der RUNDSCHAU. Man sieht: Das Thema Tempolimit auf der A13 bewegt die Gemüter. Und das Ergebnis ist eindeutig: Etwa zwei Drittel der abgegebenen Stimmen sagen „Nein“ zur Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Spreweald-Dreieck und Berlin. Lediglich 34 Prozent der Stimmen wurden für ein Tempolimit 130 abgegeben.

Wirtschaft dagegen

Dieses Stimmungsbild zeigt sich auch bei Politik und Wirtschaft. So erklärte sich am Freitag beispielsweise die Cottbuser IHK gegen ein Tempolimit. Jens Krause, stellv. Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus: „Aus Sicht der Wirtschaft werden mit dem Tempolimit sowie dem Überholverbot für Lkw die eigentlichen Probleme der A13 nicht gelöst. Durch diese Maßnahmen können Auffahrunfälle auf Stauenden oder Baustellen kaum verhindert werden.

Politik dagegen

Auch die FDP übte Kritik an den Plänen von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD). Jeff Staudacher, stellvertretender FDP-Kreisvorsitzender: „Statt pauschaler Tempolimits müssen die Autobahnen mit modernen Verkehrsleitsystemen zur Vermeidung von Unfällen ausgestattet werden.“

Ähnlich äußert sich der Finsterwalder CDU-Abgeordnete Rainer Genilke. Gerade auf diesem Autobahnabschnitt seien die Unfallzahlen rückläufig. „Das angekündigte Tempolimit scheint eher von symbolischem Charakter zu sein“, sagte Genilke.

Längst überfällig

Anders sieht das die stellvertretende Chefredakteurin der RUNDSCHAU, Bettina Friedenberg: „Das war längst überfällig“, lautet ihr Kommentar.

Das sieht offenbar auch die Landesregierung so. Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Die Unfallzahlen sind nach wie vor zu hoch. Tempolimits tragen zur Verkehrssicherheit bei. Auf der A 13 sind die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Deshalb folgen wir einer Empfehlung der Autobahnunfallkommission des Landes.“

Mehr Unfälle, mehr Verletzte

Die Zahl der Verletzten ist bei Unfällen auf der A13 in den vergangenen Jahren gestiegen. 2014 waren es noch 86, 2018 bereits 144.

Parallel ist die Zahl der Unfälle mit Lkw auf der Strecke gestiegen, von 71 2014 auf 127 im vergangenen Jahr.

Eine Studie zum Tempo 130 auf der A24 scheint das zu bestätigen.