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| 17:24 Uhr

Mehr Weihnachtsmarkt für Cottbus?

Mit bekannten Hits aus ihrer Heimat präsentierten sich die Original Wolga Kosaken am Donnerstag Abend auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt. Das Publikum stimmte zu bekannten Ohrwürmen wie z.b. "Kalinka" an und schwang das Tanzbein. Die 5 Vollblutmusiker waren zuletzt 2002 auf dem Altmarkt und freuten sich über die zahlreichen Gäste.
Mit bekannten Hits aus ihrer Heimat präsentierten sich die Original Wolga Kosaken am Donnerstag Abend auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt. Das Publikum stimmte zu bekannten Ohrwürmen wie z.b. "Kalinka" an und schwang das Tanzbein. Die 5 Vollblutmusiker waren zuletzt 2002 auf dem Altmarkt und freuten sich über die zahlreichen Gäste. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Endet der Cottbuser Weihnachtsmarkt am 23. Dezember oder soll er über Heiligabend hinaus ein Anlaufpunkt für Glühweinfans und Riesenradfahrer werden? Seit Jahren steht diese Frage immer mal wieder im Raum. Andere Städte haben damit gute Erfahrungen gemacht. Daniel Steiger

In Potsdam dauert der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt bis zum 28. Dezember. "Seit sechs Jahren schon hat dieser Markt über die Feiertage hinaus offen. Aus unserer Sicht hat sich der spätere Abbau bewährt", so Jan Brunzlow, Pressesprecher der Stadt Potsdam. Gerade über die Weihnachtsfeiertage würde der Markt sehr gut von den Potsdamern und deren Gästen sowie von Touristen angenommen.

Veranstaltet werden der Potsdamer Markt und auch der heimische "Weihnachtsmarkt der Tausend Sterne" von der Cottbuser Agentur Coex. Aus Coex-Sicht spricht auch in der Lausitz nichts gegen eine längere Standzeit für Riesenrad & Co. Manuela Damm ist Projektleiterin für den Weihnachtsmarkt bei Coex und erzählt: "Der Weihnachtsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt für die Cottbuser entwickelt." Es sei mittlerweile weniger ein Geschenkeeinkaufsmarkt, sondern vielmehr ein beliebtes Ziel, um zu quatschen und zu feiern. Die Agentur sieht deshalb durchaus ein Interesse bei Kunden und Händlern und hätte nichts gegen einen verlängerten Weihnachtsmarkt.

Bei der Stadt hingegen ist ein Weihnachtsmarkt über den 23. Dezember hinaus "aktuell kein Thema", wie Pressesprecher Jan Gloßmann berichtet. Er verweist auf eine Umfrage unter Händlern, die ein paar Jahre zurückliegt, und in denen kein gesteigertes Interesse der Händler auf eine Marktverlängerung zu erkennen gewesen sei. Rechtlich stünde übrigens einer solchen Entscheidung nichts im Weg. Nur am 24. Dezember selbst müssten die Fahrgeschäfte und Glühweinstände - wie alle anderen Geschäfte - bereits um 13 Uhr schließen.

Auch die Kirche ist gegen eine Ausdehnung des Weihnachtsmarktes. Ulrike Menzel, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Cottbus: "Eine Verlängerung des Weihnachtsmarktes über den 23. Dezember hinaus wäre all denen gegenüber unbarmherzig, die deswegen arbeiten müssten. Ich finde, wir sollten den Schaustellern, Verkäuferinnen usw. ein arbeitsfreies Weihnachtsfest gönnen. Außerdem gibt es so viele Dinge, mit denen man die Tage nach dem 23. Dezember wohltuend füllen kann, zu denen man den Weihnachtsmarkt nicht braucht. Sich Zeit für andere zu nehmen, andere zu sich einzuladen oder zu besuchen, miteinander zu reden, zu spielen, zu musizieren und zu singen, festliche Gottesdienste mitzufeiern usw. ist alles wertvoll und ohne den hohen Preis zu haben, dass man anderen das arbeitsfreie Weihnachtsfest und besinnliche Tage nimmt."

Eine zeitliche Ausdehnung erfährt der Cottbuser Markt in diesem Jahr aber trotzdem. Weil der Heilige Abend auf den 4. Advent fällt, wird der Weihnachtstrubel in der Cottbuser Innenstadt nicht traditionell am Mittwoch vor dem ersten Advent, sondern bereits am Montag eröffnet.