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| 02:43 Uhr

Mehr Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen

Vor dem Riedelstift an der Bautzener Straße gilt bereits Tempo 30 zu bestimmten Zeiten. Die ASB-Einrichtung war auf die Straßenverkehrsbehörde zugekommen und hatte um diese Regelung gebeten, da viele Senioren in dem Wohnquartier unterwegs sind.
Vor dem Riedelstift an der Bautzener Straße gilt bereits Tempo 30 zu bestimmten Zeiten. Die ASB-Einrichtung war auf die Straßenverkehrsbehörde zugekommen und hatte um diese Regelung gebeten, da viele Senioren in dem Wohnquartier unterwegs sind. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Eine neue Verkehrsverordnung macht eine Geschwindigkeitsreduzierung zum Regelfall. Bedeutet das eine Schilder-Inflation in Cottbus? Peggy Kompalla

Die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde um ihren Chef Manuel Helbig erwartet Fleißarbeit. Sie müssen in den nächsten Monaten die neue Verkehrsregelung umsetzen, die Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen zum Regelfall macht. In Cottbus gibt es allein 71 Kindertagesstätten und Horte, 14 Grundschulen, drei Förderschulen und 22 Pflegeheime. Bis September muss die Überprüfung abgeschlossen sein. Erst danach geht es in die Umsetzung. "Wir werden mit allen Einrichtungen sprechen - egal ob Schule oder Pflegeheim", erklärt Helbig. "Wir wollen die Einschätzung der Einrichtungen in Erfahrung bringen - auch was die Zeiten betrifft. Das wollen wir individuell machen." In dieser Woche sollen die Gespräche dazu beginnen. Darüber hinaus habe die Behörde den Kontakt zum Seniorenbeirat und Pflegestützpunkt aufgenommen.

Der Behördenchef erwartet durch die Neuregelung keine Inflation von Tempo 30 in der Stadt. "In Cottbus gilt bereits vor allen Grundschulen eine Reduzierung auf 30 km/h." Zudem liegen viele Schulen in Wohngebieten, in denen die Geschwindigkeit ohnehin reduziert ist.

Manuel Helbig begrüßt auch als Chef der Verkehrswacht Cottbus die neue Verordnung. "Sie gilt dem Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer." Der neue Erlass sage zudem sehr deutlich, dass selbst vorhandene Ampeln oder Querungshilfen ein Tempolimit vor den Einrichtungen nicht ausschließen. Damit wird die Anordnung einer Geschwindigkeitsreduzierung deutlich einfacher. Manuel Helbig ergänzt: "Dann wird aber auch eine entsprechende Überwachung nötig."

Damit die Autofahrer auch wissen, warum sie den Fuß vom Gaspedal nehmen sollen, gehört eine entsprechende Information an die 30er-Schilder. "Das bedeutet, dass wir uns auch den Bestand anschauen werden. Wir stellen alles noch einmal auf den Prüfstand", sagt der Behördenchef. Mit der Neuregelung geht eine neue Beschilderung einher. In die Überarbeitung werde auch die Meinung von Cottbusverkehr eingeholt. Denn Geschwindigkeitsreduzierungen wirken sich auch auf den Fahrplan aus, bei dessen Erstellung es auf Sekunden ankomme.

Unabhängig von der Neuregelung und der damit verbundenen Überprüfung werde die Straßenverkehrsbehörde in den bevorstehenden Sommerferien eine Verkehrsschau vor den Schulen machen, kündigt Manuel Helbig an. Dabei wird vor allem rund um die Grundschulen die Verkehrssituation betrachtet - nach Stolperfallen auf den Gehwegen gesucht oder Sichtbehinderungen durch Hecken. "Damit wollen wir unseren Kindern ein Höchstmaß an Sicherheit bieten." Am 4. September werden sich in Cottbus fast 900 Kinder zum ersten Mal auf den Weg zur Schule aufmachen.