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Mehr Geld für den Winterdienst

Im Schillerpark waren in den vergangenen Tagen Männer und Frauen zu beobachten, die mit erhobenem Handy durch den Schnee stapften. Doch statt auf der Jagd nach Pokémons waren diese Spaziergänger auf der Jagd nach schönen Winterbildern. Beliebtes Fotomotiv waren die vielen Schneefiguren, die dort entstanden sind: Schneemänner aller Größen und sogar kleine Schneehunde wurden von unbekannten Künstlern gezaubert und mit Zetteln mit einem Gruß an die Natur versehen: "Frohes neues Jahr liebe Natur", war zu lesen.
Im Schillerpark waren in den vergangenen Tagen Männer und Frauen zu beobachten, die mit erhobenem Handy durch den Schnee stapften. Doch statt auf der Jagd nach Pokémons waren diese Spaziergänger auf der Jagd nach schönen Winterbildern. Beliebtes Fotomotiv waren die vielen Schneefiguren, die dort entstanden sind: Schneemänner aller Größen und sogar kleine Schneehunde wurden von unbekannten Künstlern gezaubert und mit Zetteln mit einem Gruß an die Natur versehen: "Frohes neues Jahr liebe Natur", war zu lesen. FOTO: Lydia Schauff
Cottbus. Hartnäckig hält sich der Schnee seit einigen Tagen in der Stadt. Für den Winterdienst, Cottbusverkehr, aber auch das Carl-Thiem-Klinikum ist das eine besondere Herausforderung. Die Stadt muss derweil wohl das Winterdienst-Budget aufstocken. Peggy Kompalla und Sven Hering

Glatt ist es in Cottbus. Vor allem Nebenstraßen, aber auch einige Fußwege versprechen unfreiwillige Schlitterpartien. Dem Fachamt allerdings sind derzeit keine Auffälligkeiten, Beschwerden oder größere Problemzonen bekannt. Das sagt Rathaus-Sprecher Jan Gloßmann. "Der Winterdienst funktioniert im Allgemeinen - was sicher nicht jeden Einzelfall einschließt", ergänzt er. Daher bleibe auch die Erinnerung an die Anliegerpflichten, die von den meisten Grundstückseigentümern fleißig und oft mehrfach am Tag erledigt würden. Und: Es gibt in der Stadt keine offiziellen Eislaufflächen. Gloßmann: "Betreten immer auf eigene Gefahr."

Mit 20 Fahrzeugen und rund 60 Mitarbeitern ist Alba auf den Straßen der Stadt unterwegs. Mike Meschzan, Logistik-Chef im Unternehmen, erklärt: "Die Streutouren planen wir nach aktueller Wetterlage und führen sie, wenn erforderlich, auch rund um die Uhr durch." Bei Extremwetterlagen, wie beispielsweise einer Blitzeis-Vorhersage, werde vorsorglich an Verkehrs-Schwerpunkten wie Brücken oder Kreuzungen gestreut. "Insgesamt halten wir bis zu 1125 Tonnen Streusalz und 650 Tonnen Streusand in unserem Lager vor", betont der Alba-Mitarbeiter.

Auf den Wetterbericht und das eigene Urteilsvermögen bauen die Mitarbeiter der Leitstelle bei Cottbusverkehr, sobald Schnee angesagt ist. "Sie entscheiden zuerst, ob der Winterdienst in die Spur geschickt wird", sagt Cottbusverkehr-Sprecherin Christin Heldt. Ab 1 Uhr in der Nacht seien sowohl eigene Fahrzeuge als auch externe Firmen wie Alba im Einsatz, um die wichtigsten Haltestellen vom Schnee zu beräumen. "Wir haben dafür eine Prioritätenliste", so Christin Heldt. Stadthalle, Stadtpromenade, Hauptbahnhof und Busbahnhof stehen dabei ganz oben. "So kann es durchaus mal passieren, dass zum Beispiel eine Haltestelle in Sielow am Morgen noch nicht beräumt wurde", betont die Sprecherin des Verkehrsbetriebs. "Für den Einzelnen, der dort den Bus nutzt, ist das dann aber sicherlich ärgerlich.",

Um den reibungslosen Straßenbahnverkehr abzusichern, schickt das Unternehmen umgebaute Gleispflegewagen in die Spur. Die sorgen dafür, dass die Fahrleitungen nicht einfrieren.

Nichts mit dem Schnee zu tun hatte die unfreiwillige Pause, die die Straßenbahnfahrgäste in dieser Woche in der Sandower Straße einlegen mussten. Rund eine halbe Stunde drehte sich von der Tram kein Rad mehr. Der Grund: Ein offenbar ortsunkundiger Autofahrer aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark hatte sein Fahrzeug am Straßenrand so abgestellt, dass die Bahn nicht mehr vorbeikam. "Er musste am Ende abgeschleppt werden", so Christin Heldt. Das Problem, so ergänzte sie, sei aber nicht auf die Witterung zurückzuführen. Das gebe es auch im Sommer. "Nur diese Stelle war für uns neu."

Den Ärzten und Schwestern in der Notaufnahme des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums (CTK) beschert der Winter derzeit mehr Arbeit. Allerdings nicht durch die eigentlich zu vermutenden Arm- und Beinbrüche. Diese seien bislang ausgeblieben. Stattdessen müssten täglich zwei bis drei Kinder versorgt werden, die sich beim Rodeln verletzt haben, verrät CTK-Sprecherin Susann Winter. "Zum Glück sind das keine schlimmen Verletzungen, sondern in der Regel Prellungen und Schürfwunden", ergänzt sie.

Teurer als geplant wird der Winter wohl für die Stadt ausfallen. Das nach den eher milden Wintern in den vergangenen Jahren aufgestellte Budget für den Winterdienst wird aller Voraussicht nach diesmal nicht reichen. "Es kann sein, dass wir das so nicht ganz treffen werden", erklärte der Finanzbeigeordnete Markus Niggemann (CDU) in dieser Woche im Finanzausschuss mit Blick aus dem Fenster. "Es ist ja dann doch eher kalt und verschneit."