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Mehr freies Internet im Cottbuser Zentrum

FOTO: Montage LR
Cottbus. Für ein freies Internet auf dem Cottbuser Altmarkt hat sich die CDU-Fraktion in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ausgesprochen. Der AUB/SUB geht der Vorschlag nicht weit genug. "Wir wollen die gesamte Innenstadt einbeziehen", sagt Fraktionschef Torsten Kaps. Sven Hering

Ein wenig überrumpelt fühlte sich die Cottbuser AUB/SUB-Fraktion in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Die CDU war da gerade mit einem Antrag vorgeprescht, rund um den Altmarkt künftig einen kostenlosen Internetzugang einzurichten. "Das war von der CDU sehr öffentlichkeitswirksam", sagt AUB/SUB-Fraktionschef Torsten Kaps. "Wir arbeiten schon einige Zeit an dem Thema, wollten aber erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn eine gewisse Qualitätsstufe erreicht ist", so Kaps weiter.

So traf sich bereits Anfang Januar 2016 der Verein "Freifunk Cottbus", begleitet durch AUB/SUB, mit dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Robert Amat Kreft von der Fraktion erklärt: "Unsere Idee, städtische Gebäude und Ressourcen zu nutzen, um den Bürgern kostenfreies W-LAN zur Verfügung zu stellen, wurde positiv aufgenommen."

Kelch habe seine Unterstützung zugesagt. Adressen und Kontakte zum kommunalen Rechenzentrum seien ausgetauscht worden. Die Idee der Freifunker sollte von der Stadt unterstützt werden. Gespräche mit dem Rechenzentrum verliefen laut AUB/SUB ebenfalls positiv. Gemeinsam sei die Idee entwickelt worden, mit einem Modellprojekt zu starten. Das städtische Rechtsamt sollte die Rechtslage klären. Torsten Kaps: "Auf diese Antwort warten wir aber noch heute."

Ohne die Klärung wichtiger juristischer Fragen könne das Vorhaben nicht starten. Unabhängig davon gibt es laut Robert Amat Kreft allerdings schon Erfolge. 42 freie W-LAN-Spots sind seinen Angaben zufolge in Cottbus installiert. Darunter fallen der Spremberger Turm, Teile der Sprem, die Feuerwachen, das Restaurant Stadtwächter, die freie evangelische Kirche in der Karlstraße, Weltspiegel oder Schillerplatz. Ziel sei eine flächendeckende Versorgung des öffentlichen Raumes mit kostenlosen/freien Internetzugängen, auch wenn diese im Umfang und in der Geschwindigkeit beschränkt seien. Das Prinzip der Freifunker sei simpel und kostengünstig. Schon vorhandene Internetzugänge bekommen einen zweiten Router mit einer entsprechenden verschlüsselten Verbindung zum Server des Anbieters Freifunk.

Ein Teil der Internetressourcen wird für den freien Zugang zur Verfügung gestellt. Der Up-load (das Hochladen) von Daten wird vollständig zugelassen, der Download (Herunterladen) allerdings beschränkt, um die Knotenpunkte nicht zu überlasten. Um dieses Netz zu vervollständigen, sei eine gewisse Freiwilligkeit der Bürger, Vereine und städtischen Institutionen notwendig. Robert Amat Kreft: "Um diesen Prozess zu beschleunigen, bräuchten wir nur die Bestätigung des Rechtsamtes und etwas Geld für die Router, denn nicht jede Organisation ist in der Lage oder bereit, die rund 80 Euro dafür zu zahlen." Die Freigabe des eigenen Internetzugangs sollte Geste genug sein. Der Antrag der CDU führt für Amat Kreft nicht weit genug. "Ein freies W-LAN allein auf den Altmarkt zu beschränken, bedeutet, nicht all die potenziellen Möglichkeiten zu nutzen, die vorhanden sind." Außerdem berge er die Gefahr, dass sich unnötige Parallelstrukturen entwickeln.

Die AUB/SUB regt deshalb an, den Antrag der CDU auf die gesamte Stadtmitte zu erweitern. Außerdem soll die bereits vorhandene enge Kooperation mit den Freifunkern weitergeführt werden. Torsten Kaps: "Dann könnte ich mir vorstellen, dass wir einen gemeinsamen Antrag mehrerer Fraktionen einbringen."

Auch wenn der jüngste Vorstoß der CDU nach Meinung der AUB/SUB zu kurz greife, habe er trotzdem etwas Gutes. "Er hat dazu beigetragen, dass in das Thema wieder mehr Dynamik kommt", so Torsten Kaps. "Nicht dass unsere Ideen irgendwo in der Schublade verschwinden."