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| 08:23 Uhr

6000 Jobs im Angebot
Mehr als 300 Jobsuchende beim vierten Cottbuser Rückkehrertag

 Gut besucht war der Rückkehrertag 2018 im Cottbuser Rathaus. In den vergangenen Jahren gab es danach jeweils rund 50 konkrete Job-Gespräche.
Gut besucht war der Rückkehrertag 2018 im Cottbuser Rathaus. In den vergangenen Jahren gab es danach jeweils rund 50 konkrete Job-Gespräche. FOTO: LR / Daniel Schauff
Cottbus. 6000 Jobs warten auch auf die, die zurück in die Lausitzer Heimat wollen. Im Cottbuser Rathaus gab’s am Donnerstag nicht nur die freien Stellen in Kompaktübersicht. Von Daniel Schauff

Ein paar Meter vom Rathaus entfernt hängt ein Schild im Schaufenster – „Frisörsalon abzugeben“ steht darauf. Ein guter Ort, um an diesem Morgen einen Nachfolger fürs Unternehmen zu finden. Im Foyer des Rathauses nämlich tummeln sich Jobsuchende zwischen Aushängen, Beratern und Unternehmenswerbungen. Viele der Besucher sind über die Weihnachts- und Jahreswechsel-Feiertage in der alten oder neuen Heimat. An sie wendet sich im vierten Jahr bereits der Rückkehrertag von Stadtverwaltung, Arbeitsagentur und Handwerkskammer (HWK) Cottbus – 6000 Jobs sind es, die für Interessierte mit Heimweh zur Verfügung stehen, das zumindest sagt die Zahl auf dem Werbeplakat zur alljährlichen Aktion aus. Die Chancen für Suchende, fündig zu werden, stehen wohl nicht schlecht.

„Erst mal gucken“, sagt Jan Bryla. Er kommt aus Augsburg, hat sich gerade erst ein Haus in der Lausitz gekauft. „Meine Tochter ist hier und meine zukünftige Frau“, sagt er. Derzeit arbeite er noch auf Montage, wäre aber schon an einer Arbeitsstelle in der Nähe des Wohnorts interessiert. Das Geld allerdings, sagt Bryla, müsse auch stimmen. Ein Blick in den Gehaltsatlas 2018 des Portals gehalt.de zeigt: In Brandenburg liegt das Gehaltsniveau deutlich unter dem in den alten Bundesländern – Berufseinsteiger etwa verdienen nach der Lehre in Bayern 31 628 Euro im Schnitt, Akademiker 48 624 Euro. In Brandenburg sind es 22 641 Euro für Berufsanfänger nach der Lehre, Akademiker können mit 34 807 Euro rechnen. Die Unterschiede sind deutlich, gleichzeitig aber auch die Lebensunterhaltskosten – Stichwort Miete etwa.

Mario Rothe ist Technischer Produktdesigner, arbeitet zurzeit in Schweinfurt, wie Bryla also in Bayern. Auch ihn zieht die Familie in Richtung Cottbus. „Mal sehen, ob es klappt“, sagt Rothe und arbeitet sich durch die Aushänge im Rathausfoyer, vorbei an Mathias Huhn. Der lebt bereits in Cottbus, ist trotzdem zum Rückkehrertag ins Rathaus gekommen. Zurzeit, erzählt er, arbeite er in Berlin und will sich informieren, ob es nicht doch einen Job in der Nähe des Wohnorts gibt.

Die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) und der für Kita und Schule zuständige Fachbereich der Stadtverwaltung haben ebenfalls Informationsstände aufgebaut. Immerhin brächten Rückkehrwillige nicht selten auch ihre Familien mit, bräuchten Kitaplätze, eine Wohnung, erläutert Stadtsprecher Jan Gloßmann. Beim Rückkehrertag solle so viel Information wie möglich vermittelt werden, um Interessierten unnötige Rennereien zu ersparen.

Wie erfolgreich für Arbeitssuchende und Arbeitskräftesuchende die Rückkehrertage sind, lässt sich nur schwer bemessen – offizielle Statistiken über Besucher, die später tatsächlich einen Job in der Region finden, gibt es nicht, sagt Gloßmann. Trotzdem hat der Beigeordnete Markus Niggemann am Donnerstagmorgen eine Zahl parat. Jeweils rund 50 konkrete Verhandlungen seinen in den vergangenen Jahren bei den Rückkehrertagen angebahnt worden. Wie viele es in diesem Jahr werden, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. 320 Besucher waren laut Arbeitsagentur gekommen, 63 Arbeitsangebote wurden ausgehändigt.