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Medimax wird weiterer Ankermieter im Blechen-Carré

Das Elektronik-Unternehmen Medimax wird einer der Ankermieter im Carl-Blechen-Carré (CBC). Das erklärte Investor René Becker gestern am Rande der Grundsteinlegung für das Einkaufszentrum in der Stadtpromenade. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Markt-Segment der Kette Elektronik-Partner sei am Donnerstag nach langen Gesprächen unterschrieben worden. Derzeit seien 78 Prozent der Handelsflächen im Center vermietet. Von Jan Gloßmann

Jetzt werde gezielt am Angebots-Mix der künftigen Läden im Center gearbeitet, sagte Becker. „Die Miet-Nachfragen liegen weit über der verfügbaren Fläche.“ Medimax werde etwa 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche mieten, etwa ein Zehntel der Gesamthandelsfläche. Eine Entscheidung über den Fortbestand des Medimax-Marktes im Cottbus-Center ist nach Angaben von Peter Achenbach von der Firma ProMarkt nocht nicht gefallen.
Weitere Zugpferde sind nach den Worten Beckers das Bekleidungshaus C&A, der Lebensmittler Rewe sowie das Modehaus Esprit. Man setze bei den Ankermietern auf „nicht mehr ganz so große Flächen“ . Diese ließen sich, „wenn etwas kippt“ , schwerer neu vermieten.
Gekippt wurden gestern vorerst Sekt und Saft sowie die Schatulle mit Münzen, Fakten und der RUNDSCHAU vom Tage in den Grundstein. „Dieser Auftakt hier ist auch ein Schlusspunkt unter der 1992 begonnenen, 1999 wieder aufgenommenen Diskussion um die Bebauung der Stadtpromenade“ , sagte CBC-Geschäftsführer Andreas Haas. Viele hätten bereits den Glauben an das Einkaufs-Projekt verloren gehabt, so Haas bei der Grundsteinlegung am Fuße der früheren Mokka-Bar.
55 Millionen Euro werden für das Einkaufszentrum investiert. Es entstehen drei Handelsgeschosse sowie zwei Parkdecks. 150 Arbeitsplätze sollen entstehen; während der Bauphase werden 200 bis 250 Menschen auf der Baustelle arbeiten. Derzeit werde die etwa Fußballfeld große Baugrube ausgehoben, berichtete Michael Scheuermann, Projektleiter der Baufirma Hochtief. Die unterirdischen Leitungen sind weitgehend saniert und werden verlegt. Der Rohbau aus 24 000 Kubikmetern Beton soll bis Jahresende fertig sein. Danach folgt der Innenausbau. „Eröffnet wird am 26. September 2008, einem Freitag“ , sagte René Becker.
Das Rathaus sei „sehr glücklich, dass nach jahrelangen Bemühungen und Diskussionen mit verschiedenen Investoren“ das Center jetzt gebaut werde, sagte Baudezernentin Marietta Tzschoppe (SPD). „Wir hoffen, dass das Einkaufszentrum tatsächlich Anziehungskraft nicht nur auf die Cottbuser, sondern auch auf die Menschen in der Region ausübt.“ Dem Investor sei für den Mut zu danken. „Vor allem die Entwürfe für den Bau mit dem Erhalt der Blechen-Schule haben die Spaltung der Cottbuser Bevölkerung in den Debatten überwunden“ , sagte die Baudezernentin vor gut 120 Gästen.
Jetzt werde außerdem der zweite Bauabschnitt - die Pavillons - weiter geplant. In den nächsten Tagen soll eine Entscheidung fallen, welche der von drei Cottbuser Architekturbüros vorgelegten Ideen für die Gestaltung der weiteren Promenade favorisiert werden. Ein Kino sei laut René Becker „eine Option, aber wirtschaftlich nicht notwendig“ . Von den derzeit diskutierte Projekten für ein Kino sei die Promenade jedoch der beste Standort. Die Pavillon-Flächen sollen bis Ende 2008 bebaut sein. Die Stadt will laut Marietta Tzschoppe im Zuge der Planungen auch die städtebaulichen Beziehungen über den Post-Parkplatz hinaus bis zum Stadthallen-Vorplatz bedenken.

Hintergrund Antwort an GWC
 René Becker, Geschäftsführer der CBC Projekt GmbH, hat Schadensersatzforderung der Gebäudewirtschaft (GWC) wegen Belastungen durch die Carré-Baustelle eine Absage erteilt. „Wir lehnen die Forderung ab, dafür gibt es keinen Ansatz“ , erklärte Becker gestern. Die GWC hat von 130 Mietern aus der Wohnscheibe Stadtpromenade 10 bis 12 Begehren auf Mietminderung erhalten. Gegenüber dem Investor hatte die GWC daraufhin Schadenersatz-Forderungen aufgemacht (die RUNDSCHAU berichtete).