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| 02:48 Uhr

Max Döring

Cottbus. Heute vor 115 Jahren, am 4.

November 1893, wurde in Cottbus Max Döring geboren. Er war der erste Cottbuser Bürgermeister nach dem 2. Weltkrieg. Der Sohn eines Schneiders und einer Waschfrau erlernte das Buchbinderhandwerk, wurde Soldat im 1. Weltkrieg und geriet in französische Kriegsgefangenschaft.

Nach der Rückkehr in die Heimat arbeitete Döring als Weber in einer Tuchfabrik, trat der Gewerkschaft der Textilarbeiter bei. Im Jahr 1922 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und war später als Politleiter der Ortsgruppe Cottbus tätig. In den Jahren 1931 bis 1932 gehörte er zum Heer der Arbeitslosen. Nach dem Verbot der KPD organisierte Max Döring die illegale Arbeit gegen den Faschismus. Er nahm Verbindung zu Genossen in Guben und Forst auf. Treffpunkte waren die Wälder bei Kathlow und die Sachsendorfer Wiesen, wo der Druck einer den Faschismus entlarvenden Zeitung debattiert wurde, die zwischen Mai und Juli 1933 in Cottbus verbreitet wurde. Im Juli 1933 wurden durch Verrat 25 illegal tätige KPD-Mitglieder, darunter Max Döring, verhaftet.

Im Prozess auf dem Cottbuser Gerichtsberg wurde Döring zu knapp zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung arbeitete Döring bis zum Jahr 1945 unter Polizeiaufsicht als Weber, neunmal wurde er in Schutzhaft genommen. Nach der Befreiung der Stadt durch die Sowjetarmee suchte der Militärkommandant Dimitri Tscherwjakow nach geeigneten Personen, die nun die Stadt leiten könnten, und fand Max Döring. Ihm wurde das Amt als erster Cottbuser Bürgermeister am 25. April 1945, drei Tage nach Einnahme der Stadt, übergetragen. Kurz darauf bildete er eine vorläufige Stadtverwaltung.

Etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene mussten versorgt werden, 9000 Kriegsgefangene und Dienstverpflichtete warteten in Cottbus auf ihren Heimtransport. Von 18000 Wohnungen waren nur noch 7200 bewohnbar.

Döring leitete die Aktionen zur Instandsetzung des E-Werkes und des Gaswerkes, die am 26. Mai 1945 die Versorgung aufnahmen. Er half beim Einrichten von Notkrankenhäusern und sozialen Hilfswerken. Am 1. Oktober 1945 begann in einigen Schulen der erste Unterricht. Dennoch wurde Döring im April 1946 abberufen, da er angeblich den Aufgaben nicht gewachsen war. Im Jahr 1974 erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt. Max Döring starb am 28. Dezember 1974 in Cottbus.hhk