Was kann man eigentlich mit Mathe so alles machen? Und wenn man dieses Fach tatsächlich studiert, was fängt man damit an? Genau diese Fragen stellte sich der junge Cottbuser Niklas Füller während des Abiturs. Mathe hat ihn schon in der Grundschule fasziniert, dank eines guten Lehrers nahm er in der 4. Klasse zum ersten Mal an einer Mathematik-Olympiade teil.

Seitdem sind einige Jahre ins Land gegangen. Mit seinem Einser-Abi gehörte Niklas Füller 2018 auch zu den drei besten Brandenburgern im Bundeswettbewerb Mathematik. Heute studiert der ehemalige Steenbeck-Gymnasiast Angewandte Mathematik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg.

Schon während seiner Schulzeit hat der junge Mann Uni-Luft geschnuppert: „In der 11. und 12. Klasse sollten wir eine Seminararbeit schreiben. Ich entschied mich für Mathematik und landete so an der BTU. Während dieser Zeit hat mich Prof. Dr. Ekkehard Köhler betreut. Er und die anderen Dozenten haben sich auch mitten im Semester Zeit für mich genommen und mir aufgezeigt, was ein Mathematik-Studium bringt.“ Das habe ihm sehr geholfen und letztlich auch dazu beigetragen, dass er sich  nach dem Abitur an der BTU eingeschrieben hat.

In das neue Leben als Student ist er gut gestartet – auch wenn alles ganz anders ist als in der Schule, insbesondere das Pensum an Aufgaben. Dank der guten Betreuung, der Gruppenarbeit und den zahlreichen Hausaufgaben bleibe er ständig am Ball und so seien auch die Prüfungen am Ende des ersten Semesters erfolgreich gelaufen, berichtet er. „Der gute Eindruck, den ich als Schüler von der BTU gewonnen habe, hat sich bewahrheitet“, schwärmt der 18-Jährige. Außerdem gefalle ihm die familiäre Atmosphäre.

Vom Studium erwartet Niklas Füller, nach der Vermittlung der Grundlagen in die verschiedenen Bereiche der Mathematik zu schauen. Denn in welche Richtung er am Ende genau gehen will – ob beispielsweise in den Finanzsektor, die Unternehmensberatung oder in die Industrie – weiß er bisher noch nicht.

Wenn die Vorlesungen vorbei und die Hausaufgaben erledigt sind, geht Niklas Füller einem ganz besonderen Hobby nach: dem Kunstreiten. „Ich bin Mitglied bei der Ompah-Kunstreitertruppe. Mein Opa hat die Gruppe vor 43 Jahren gegründet, und ich bin quasi damit aufgewachsen. Schon mit zweieinhalb Jahren bin ich das erste Mal aufgetreten. Beim Kunstreiten zeigt man Akrobatik und Tricks auf dem frei galoppierenden Pferd, wie zum Beispiel Hoch- und Runterspringen oder Drehungen auf dem Pferd“, erzählt der Cottbuser.

Angefangen als Indianistikverein in der DDR haben die Reiter mittlerweile zahlreiche Auftritte – ob auf Mittelaltermärkten, auf der Veranstaltungsfläche des Blechen Carrés oder manchmal sogar in Frankreich sowie bei der Calgary Stampede in Kanada. Im Frühjahr und Herbst veranstaltet Ompah jedes Jahr eine Show im eigenen kleinen Theater auf dem Vereinsgelände im Cottbuser Ortsteil Skadow. An diesem Wochenende bietet sich noch die Chance, die Frühlingsveranstaltung zu besuchen.

Für die unterschiedlichen Auftritte müssen die Pferdeliebhaber gut in Form sein, was hartes Training bedeutet. Während die Kinder dreimal pro Woche trainieren, sucht Niklas Füller fast jeden Nachmittag nach der Uni seinen Ausgleich bei den Pferden.