Doch zum Ende des Monats schließt der Träger, das Paul-Gerhardt-Werk, die Einrichtung.

Neben den noch verbliebenen neun Schülern der Förderschule sind auch rund 150 Sportler des Kampfkunstvereins „Tokugawa“ betroffen. Sie nutzen die Turnhalle im Hinterhof der Schule seit 2005 und trainieren hier täglich bis in die späten Abendstunden. Vorstand Raimo Ermler: „Bei uns üben alle Altersklassen, vom Krabbelkind bis hin zur Seniorengruppe.“ Sechs Kampfkunst- und –sportarten bietet der zum Polizeisportverein gehörige Tokugawa an. „Dabei geht es nicht ums Verhauen“, erklärt Ermler schmunzelnd. „Wir schulen den Körper und den Geist unserer Mitglieder.“ Gerade unter den Kindern seien viele aus sozialschwachen Familien. „Sie können uns mit der Straßenbahn erreichen und bringen auch den Mitgliedsbeitrag von zehn Euro im Monat auf“, sagt Trainer Markus Heunemann.

Mit der Schulschließung, so befürchten die Sportler, geht nun im Sommer auch eine Schließung der Halle einher. „Zwar läuft der Pachtvertrag zwischen Stadt und Schulträger wohl noch sechs Monate“, sagt Raimo Ermler. „Aber wir befürchten, dass uns schon eher Strom, Heizung und Wasser abgedreht werden.“ Viele Vereinsmitglieder haben sich bereits Hilfe suchend an die Stadt gewandt. Doch offiziell hat man dort erst vor wenigen Tagen von der Schulschließung erfahren. Über die künftige Hallennutzung gibt es noch keine Auskünfte.

„Wir würden die Halle gern übernehmen“, sagt Markus Heunemann. Die Betriebskosten könne man für die nur rund 110 Quadratmeter großen, flachen Bau tragen. „Und Sanierungsarbeiten würden unsere Mitglieder selbst übernehmen.“ Noch aber müssen sich die Kampfkünstler gedulden. Und hoffen, dass auch im kommenden Monat ein Trainingsbetrieb in der Halle möglich sein wird.