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| 17:25 Uhr

Premiere am Theater
„Musik ist mein Leben“

 Markus Paul ist in der Rolle des Amtsschreibers Wilhelm zu sehen. Der Jungschauspieler ist auf sein Cottbus-Debüt gespannt.
Markus Paul ist in der Rolle des Amtsschreibers Wilhelm zu sehen. Der Jungschauspieler ist auf sein Cottbus-Debüt gespannt. FOTO: Staatstheater Cottbus / Marlies Kross
Cottbus. Markus Paul gibt sein Cottbus-Debüt: Er spielt den Wilhelm im Schauspielmusical „The Black Rider“ am Staatstheater. Von Silke Halpick

Barfuß und ganz lässig mit der Flinte in der Hand steht Markus Paul auf der Bühne des Großen Hauses. Für den 27-jährigen Schauspieler und Sänger ist die Rolle des Wilhelm im Schauspielmusical „The Black Rider. The Casting of the Magic Bullets“ sein Cottbus-Debüt. Premiere ist am Samstag.

Als „wunderbaren Einstieg“ und „große Chance“ sieht der gebürtige Berliner die Rolle. Markus Paul kommt ganz frisch von der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Dort studierte er Gesang und Schauspiel. Fürs Schauspiel habe er sich ganz bewusst entschieden, wie er erzählt. Er liebe „die Freiheit der Form“ und das „Experimentieren“.

Jo Fabian hat ihn für das Staatstheater entdeckt

2015 gewann er gemeinsam mit den Rostocker Schauspielabsolventen den Ensemblepreis beim Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender in Bochum. Für Cottbus entdeckt hat ihn Schauspieldirektor Jo Fabian. Nun gehört er zu den fünf neuen Gesichtern in den Ensembles am Staatstheater. Für ihn selbst ist die zweijährige Engagement ein „Glücksgriff“, wie er sagt.

 Markus Paul hat als Wilhelm einen teuflischen Pakt geschlossen und weiß nicht, was das Ziel seiner letzten Kugel ist.
Markus Paul hat als Wilhelm einen teuflischen Pakt geschlossen und weiß nicht, was das Ziel seiner letzten Kugel ist. FOTO: Staatstheater Cottbus / Marlies Kross

Schon den gesamten Sommer setzt er sich mit der Figur des Wilhelms inhaltlich auseinander. „Ich bin im Grunde nicht wie Wilhelm“, stellt er klar. Der sensible Amtsschreiber verliebt sich in die hübsche Tochter des Försters und geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um vor den Eltern als künftiger Gatte bestehen zu können.

Für die Rolle ist Markus Paul bestens geeignet. Ein Großteil des Stückes besteht aus Gesangseinlagen. „Musik ist mein Leben und wird es immer bleiben“, sagt der 27-Jährige. Schon als Kind habe er Bratsche, später auch Gitarre und Bass und in verschiedenen Bandformationen gespielt.

Mit vier seiner Kommilitonen gründete er das Chanson-Ensemble „Die Damen und Herren Daffke“. Konzerte werden in ganz Deutschland gegeben. Dabei erklingen Chansons der 20er- bis 40er-Jahre. „Das Programm ist sehr vielfältig und mit Brecht und Tucholsky auch sehr politisch“, sagt Paul. Eine klare Position zu beziehen, sei ihm auch als Privatmensch wichtig.

Markus Paul will seinen eigenen Weg gehen

Wovon träumt ein junger Schauspieler am Beginn seiner Karriere? „Von inspirierenden Aufgaben, interessanten Stoffen und guten Texten“, antwortet Paul. Die eine Traumrolle gebe es für ihn nicht. Auch sonst will er „seinen eigenen Weg“ gehen und nicht nur auf die Großen der Branche schauen. „Ich habe richtig Lust auf Theater“, betont er.

Bei „The Black Rider“ steht er nun neben erfahrenen Cottbuser Schauspielkollegen auf der Bühne, wie Sigrun Fischer, die den Stelzfuß mimt. Bei der Probe tanzt und singt sie schon mit viel diabolischer Vorfreude. Auch dem Jungschauspieler macht es Spaß, er fühlt sich wohl im Team und als „gleichwertiger Kollege“ angenommen. „Die Arbeitsatmosphäre ist einfach toll“, betont er.

Auf die Premiere am Samstag ist Markus Paul selbst „gespannt“. „Ich weiß, dass es ein Stamm­publikum gibt“, begründet er. Von der engen Verbundenheit der Menschen mit ihrem Theater ist er angenehm überrascht. Auch die Stadt gefällt ihm. „Allerdings muss ich Cottbus noch richtig entdecken“, wie er einräumt. Momentan konzentriere er sich ganz auf den neuen Job.

„The Black Rider“ ist die erste Premiere in der neuen Spielzeit am Staatstheater und eine musikalisch-theatrale Neuauflage der deutschen Volkssage „Der Freischütz“. Malte Kreutzfeldt führt die Regie. Zuvor hat er das Stück bereits in Kiel mit großem Erfolg inszeniert. Für ihn selbst ist es ein „fantastischer Stoff“, mit rätselhaften Geschichten, mystischen Figuren und „der großartigen Musik von Tom Waits“.

Karten für die Premiere und die nächsten Vorstellungen am 19. und 27. September sowie 11. und 20. Oktober gibt es im Besucherservice sowie online über www.staatstheater-cottbus.de.