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| 19:18 Uhr

Peitz
Würdigung für ehemalige Kulturamtsleiterin

Maria Sczesny wurde mit dem Goldenen Stadtwappen von Peitz geehrt
Maria Sczesny wurde mit dem Goldenen Stadtwappen von Peitz geehrt FOTO: Marion Hirche
Peitz. Maria Sczesny ist beim Bürgermeisterempfang der Stadt mit dem Goldenen Stadtwappen von Peitz geehrt worden. Von Marion Hirche

Das Goldene Stadtwappen von Peitz, verbunden mit der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt, ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung von Peitz. Maria Sczesny wurde jetzt beim Empfang des Bürgermeisters auf diese Weise gewürdigt. Erst fünf Bürger und zwei Vereine stehen vor ihr in der Gold-Wappen-Statistik.

„Ich war sehr überrascht, als ich zum Bürgermeisterempfang eingeladen wurde und noch mehr, dass ich diese Auszeichnung bekommen habe“, sagt die 66-Jährige. Bis 2013 war sie die Kulturamtsleiterin, zusammen mit ihrer Mutter Evi hat sie die Peitzer Bibliothek aufgebaut. Ihr ist es zu verdanken, dass die Bücher 2006 durch Weitergabe in einer langen Menschenkette von der Lutherstraße zum neuen Standort in der Schulstraße wanderten. Mit der neuen  „Medieneinheiten-Herberge“ wurde eine Bibliothek der Zukunft geschaffen.  In der Amtszeit von Maria Sczesny wurde auch erfolgreich die Veranstaltungsreihe „Sounds of Hollywood“ etabliert. Das alles zählte Bürgermeister Jörg Krakow in seiner Laudatio für Maria Sczesny auf. Für einen Wimpernschlag der Peitzer Geschichte wurde die engagierte Seniorin zurück ins Rampenlicht des Geschehens geholt.

Jetzt ist sie wieder in ihren Alltag abgetaucht. Und der sieht nicht anders aus als zu früheren Zeiten: Sie ist für alle da. Heute ist die 66-Jährige neben ihre Schwester Sabine die zweite „Oma“ für die drei Söhne ihrer Nicht Friedrike.

Mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen war die junge Frau aus Dresden wieder in die Heimat zurückgekommen, ist auf dem Brauerei-Gelände, das in Familienbesitz ist, sesshaft geworden. Nebenan wohnen die Sczesny-Schwestern. „Ich kümmere mich um die Kinder, sie müssen zum Sport und zum Klavierunterricht, da ist immer ein Fahrer nötig. Mir macht das Spaß, für Luca, Alexander und Hans da zu sein“, erzählt  die Ausgezeichnete. Die Leseratte, die Krimis und historische Romane mag, schmökert jetzt mehr in Büchern über Sam, den Feuerwehrmann, Socke, den Raben, und Bob, den Baumeister. Es macht ihr auch Spaß, für die ganze Familie zu kochen: „Die anderen gehen alle arbeiten, ich habe dazu Zeit“, sagt sie.

Trotzdem bleibt Freizeit: „Da habe ich auch schon mal eine Decke gestickt, wir treffen uns mit anderen Frauen und fachsimpeln über Handarbeiten, und jetzt kommt der Garten dran“, verrät Maria Sczesny. Und sie hat die Utensilien von der früheren Peitzer Puppenbühne wieder entdeckt, schmiedet diesbezüglich Pläne. Auszeiten führen sie an die Ostseeküste: „Wir haben in Bansin ein Lieblingshotel und da geht es ab und zu hin, oft mit der ganzen Familie“.

Maria Sczesny  strahlt Ruhe und Zuversicht aus: „Ich habe Glück gehabt, dass ich meine Familie um mich habe. Dazu gehört auch unser Hund Rufus“. Mit Aufmerksamkeit verfolgt sie das Peitzer Geschehen, freut sich über positive Entwicklung und schüttelt den Kopf über die Probleme dieser Welt. Sie freut sich, dass ihre Freunde aus Holland und Polen zu ihr kommen. In der polnischen Partnerstadt Zbaszynek ist sie Ehrenbürgerin. Gäste sind bei ihr immer willkommen, werden mit offenen Armen empfangen. Nach ihrem Arbeitsleben hat die 66-Jährige ein neues Betätigungsfeld gefunden, denn die Hände in den Schoß zu legen und Trübsal zu blasen, sind nicht das Ding der quirligen Blondine.