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| 12:42 Uhr

Cottbus/Weiden
Mann gesteht Banküberfall in Kolkwitz

Auf der Flucht blieben die Bankräuber von Kolkwitz mit ihrem Luxusauto auf einem Waldweg bei Simmersdorf stecken. An dem Fluchtwagen konnte die Polizei wichtige Spuren sichern.
Auf der Flucht blieben die Bankräuber von Kolkwitz mit ihrem Luxusauto auf einem Waldweg bei Simmersdorf stecken. An dem Fluchtwagen konnte die Polizei wichtige Spuren sichern. FOTO: ABIX/Steffen Tzscheuschner
Cottbus/Weiden. Tscheche steht im oberpfälzischen Weiden vor Gericht. In der nächsten Woche wird das Urteil erwartet. Die Spurensicherung der Cottbuser Polizei hat zur Aufklärung des Falles beigetragen. Von Peggy Kompalla

Fast drei Jahre nach der Tat steht die Verurteilung eines Bankräubers von Kolkwitz kurz bevor. Das bestätigt der Sprecher des Landgerichtes Weiden, wo derzeit die Verhandlung gegen den Tschechen geführt wird. Der Mann hat demnach die Tat eingeräumt. Auch die Beteiligung an zwei weiteren Banküberfällen in Sachsen und in Bayern. Das Urteil wird in der nächsten Woche erwartet. Zur Aufklärung des Falles hat die Arbeit der Polizei in der Inspektion Cottbus/Spree-Neiße wesentlich beigetragen. Dabei waren die Räuber der hiesigen Polizei trotz Großaufgebots entkommen. Aber sie hinterließen Spuren.

Das Drama trug sich am 17. Juni 2015 zu. Zwei maskierte und bewaffnete Männer stürmten gegen 16 Uhr die Sparkasse in Kolkwitz. Zu dem Zeitpunkt waren drei Angestellte vor Ort, aber keine Kunden. Die beiden Männer bedrohten die Mitarbeiter und entkamen mit einer unbekannten Summe Bargeld. Nach dem Notruf löste die Polizei einen Großalarm aus. Ein Hubschrauber kam zum Einsatz, später auch eine Hundestaffel. Die Bundespolizei unterstütze die Suche nach den Bankräubern, die mit einen Audi A8 mit Rosenheimer (RO) Kennzeichen über die A 15 die Flucht antraten.

Tino Glaser erinnert sich noch gut an den Tag, schließlich koordinierte er damals als Leiter der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße den Großeinsatz. „Wir hatten kurz Sichtkontakt mit dem Fluchtfahrzeug“, sagt Glaser, der heute das Dezernat Schwere Kriminalität in Cottbus leitet. Trotzdem entwischten die Räuber. Ein Jagdpächter brachte die Polizei einen Tag später auf die richtige Spur. Die Männer hatten ihren Luxuswagen auf einem Waldweg bei Simmersdorf festgefahren. Die Täter waren entwischt. Aber sie hinterließen Spuren, die die Cottbuser Polizei sicherte und die nun voraussichtlich zu einer ersten Verurteilung führen dürften.

„Wir haben DNA auf dem Fahrersitz, dem Beifahrersitz und auf der Rückbank sichern können“, sagt Glaser. Das sei ein wichtiges Puzzleteil. Dazu kamen die Aufnahmen aus der Bank und der Hinweis, dass die Männer mit einem osteuropäischen Akzent sprachen. „Im Zuge der Fahndung haben wir Blitzerfotos von dem Fluchtfahrzeug erhalten“, so Glaser. Zudem stellte sich heraus, dass der Audi in Tschechien gestohlen war. Der Kontakt zu den dortigen Ermittlungsbehörden in Verbindung mit den Aufnahmen von Blitzern und aus den Überwachungskameras führten schließlich zu Namen. Denn die Männer hatten auch in ihrer Heimat einiges auf dem Kerbholz.

Tino Glaser zeigt sich zufrieden: „Die Zusammenarbeit der Polizei, der unterschiedlichen Staatsanwaltschaften über Länder- und Bundesgrenzen war ausgesprochen gut.“ Am Landgericht Weiden hätten vor allem die DNA-Spuren im Tatfahrzeug und an den Tatorten den Richter überzeugt.

Laut Landgerichtssprecher Markus Fillinger wird das Urteil für den mutmaßlichen Bankräuber in der kommenden Woche erwartet. Er hat demnach die Beteiligung an dem Überfall in Kolkwitz eingeräumt, genauso wie auf die Sparkassen im sächsischen Großenhain und im oberpfälzischen Tännesberg. Ihm wird schwere räuberische Erpressung vorgeworfen, weil eine Waffe im Spiel war. Den Mann erwarte eine Haftstrafe bis zu 15 Jahren.

Das Landgericht Weiden hat Markus Fillinger zufolge zudem die Auslieferung eines weiteren Mannes aus Tschechien beantragt, der ebenfalls in den Raubüberfall in Kolkwitz verwickelt gewesen sein soll. „Die Auslieferung läuft derzeit“, so der Gerichtssprecher.